Oberpfälzer Polizei warnt vor Callcenter-Betrug mit falschen Bank- und Behördenmitarbeitern
Mit erfundenen Krediten und angeblichen Sicherheitskonten versuchen Betrüger derzeit, insbesondere russischsprachige Personen in der Oberpfalz um ihr Erspartes zu bringen.
Die Oberpfälzer Polizei warnt aktuell vor einer neuen Betrugsmasche, bei der Täter sich als Bankmitarbeiter, Polizeibeamte oder Angestellte der Deutschen Bundesbank ausgeben. Ziel der Anrufer ist es, Betroffene mit erfundenen Krediten unter Druck zu setzen und sie dazu zu bringen, ihr eigenes Geld auf ein angebliches „Sicherheitskonto“ zu überweisen.
Nach Angaben der Polizei geben sich die Täter zunächst als Mitarbeiter einer Bank aus und teilen insbesondere russischsprachigen Personen mit, dass in ihrem Namen ein Kredit in Höhe von 17.000 Euro aufgenommen worden sei. Im weiteren Verlauf werden die Betroffenen an angebliche Sicherheitsmitarbeiter, Polizeibeamte und Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank weitergeleitet. Die Kommunikation erfolgt dabei sowohl telefonisch als auch über den Messengerdienst Telegram. Teilweise treten die Täter dort sogar per Videoanruf auf, um ihre vermeintliche Identität zu bestätigen.
Auffällig ist laut Polizei zudem, dass in den bislang bekannt gewordenen Fällen die gespoofte Rufnummer 030 186810 verwendet wurde. Dabei handelt es sich tatsächlich um die Vermittlungsnummer des Bundesministeriums des Innern. Im weiteren Gesprächsverlauf behaupten die Täter, dass noch weitere Kredite oder hohe Forderungen bei verschiedenen Banken bestünden. Teilweise wird dabei der Eindruck erweckt, ein ehemaliger Bankmitarbeiter könne für die angeblichen Vorgänge verantwortlich sein.
Als vermeintliche Lösung bieten die Täter die Einrichtung eines sogenannten „Sicherheits-“ oder „Referenzkontos“ an. Die Betroffenen werden aufgefordert, ihre Kontostände mitzuteilen und anschließend ihre Guthaben auf dieses Konto zu überweisen. Tatsächlich dient das Vorgehen dazu, die Betroffenen zur Übertragung ihres Vermögens auf ein von den Tätern kontrolliertes Konto zu bewegen.
Die Oberpfälzer Polizei rät dringend dazu, bei unerwarteten Anrufen vermeintlicher Bank- oder Behördenmitarbeiter besonders vorsichtig zu sein. Betroffene sollten sich nicht unter Druck setzen lassen, im Zweifel das Gespräch beenden und die Angaben selbstständig über offizielle Kontaktwege überprüfen. Banken und Behörden fordern nach Angaben der Polizei niemals dazu auf, Geld auf ein sogenanntes Sicherheits- oder Referenzkonto zu überweisen.
Die Polizei weist zudem darauf hin, dass auch eine auf dem Display angezeigte, tatsächlich existierende Behördennummer keine Sicherheit bietet: Durch sogenanntes Spoofing können Täter eine falsche Identität vortäuschen.



