Deutschland & Welt

DRK eröffnet Bevölkerungsschutz-Hub in Luckenwalde für mehr Krisenfestigkeit

Auf rund 34.000 Quadratmetern vereint das neue Zentrum Logistik und Ausbildung des Deutschen Roten Kreuzes für den Katastrophen- und Zivilschutz.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat am 29. Oktober in Luckenwalde (Brandenburg) einen neuen Bevölkerungsschutz-Hub eröffnet. „Heute geht das größte Bevölkerungsschutzzentrum Deutschlands in Betrieb“, erklärt DRK-Präsident Hermann Gröhe. „Das ist ein wichtiger Baustein zur Stärkung der Krisenfestigkeit und Widerstandsfähigkeit, dem natürlich weitere folgen müssen.“ Nach Angaben des DRK sind die Herausforderungen für den Katastrophen- und Zivilschutz gewaltig und nehmen weiter zu.

Krisen sind demnach keine seltenen Ausnahmefälle mehr, sondern Teil einer sich ständig verändernden Wirklichkeit. Zunehmende Extremwetterereignisse, die Folgen des Klimawandels, Pandemien, Konflikte und Katastrophen rücken die Notwendigkeit eines starken Bevölkerungsschutzes immer mehr in den Vordergrund. Eine bedeutende Frage lautet etwa: Wie lässt sich die Versorgung vieler Menschen in kürzester Zeit sicherstellen?

Der neue Hub in Luckenwalde übernimmt hierbei künftig eine wichtige Funktion. „Von Brandenburg in die Welt: Künftig wird von Luckenwalde aus humanitäre Unterstützung auf den Weg gebracht. Mit dem Bevölkerungsschutz-Hub setzt das Deutsche Rote Kreuz ein starkes Zeichen für vorausschauende und schnelle Einsatzbereitschaft. Denn wirksame Hilfe beginnt mit guter Vorbereitung“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke im Rahmen der Einweihung.

Auf einer Fläche von rund 34.000 Quadratmetern vereint der Bevölkerungsschutz-Hub an einem Standort ein modernes Logistikzentrum sowie einen Ausbildungsort des DRK. „Beide Einrichtungen sind auf die Anforderungen eines zeitgemäßen und widerstandsfähigen Bevölkerungsschutzes ausgerichtet und ergänzen bestehende Strukturen in unseren Landesverbänden“, sagt DRK-Generalsekretär Christian Reuter. Der Hub verbindet die Vorteile einer strategischen Vorhaltung für das In- und Ausland mit einer leistungsfähigen Beschaffungs- und Verteilungslogistik. Durch die Integration in den drkserver, das bundesweite Ressourcenmanagementsystem des DRK, können schnell ehrenamtliche Einsatzkräfte aus dem gesamten Bundesgebiet mobilisiert werden. „Die Verbindung aus Vorhaltung, digitalem Ressourcenmanagement und Beschaffungslogistik ermöglicht eine nachhaltige und schnelle Bereitstellung von Hilfsgütern. Und das auch bei längeren Einsatzlagen, auf die wir uns künftig immer häufiger einstellen müssen“, betont Reuter.

Im Bevölkerungsschutz-Hub sind unter anderem die Fahrzeuge und Materialien der Bundesvorhaltung, der materiellen Reserve des DRK, untergebracht. Tonnen von Material, eine Vielzahl von Containern und mehr als 120 Fahrzeuge werden dort gelagert und vorgehalten. Sie kommen vor allem in nationalen Bevölkerungsschutzlagen zum Einsatz. Aber auch für die internationale humanitäre Hilfe können über das Logistik-Drehkreuz schnelle Hilfslieferungen in Krisen- und Konfliktgebiete weltweit auf den Weg gebracht werden.

Zudem wird das Mobile Betreuungsmodul 5.000 (MBM 5.000) im Hub vorgehalten. Es ist eine transportfähige Versorgungs- und Unterbringungseinrichtung für Krisen- und Katastrophensituationen. Innerhalb kurzer Zeit entsteht gewissermaßen eine voll funktionsfähige „Kleinstadt“, die sich mehrere Monate selbstständig betreiben lässt. Bis zu 5.000 Menschen kann ein MBM 5.000 unterbringen und versorgen. Insbesondere bei großen Bevölkerungsbewegungen müssen neben der humanitären Versorgung der Betroffenen letztlich auch das Auffangen, die Steuerung und Verteilung der Personen sichergestellt werden. Auch hier kommt das MBM 5.000 zum Tragen und übernimmt diese Auffang- und Puffer-Funktion für das gesamte Bundesgebiet.

Auch das DRK-Feldkrankenhaus, eine international einsetzbare Emergency Response Unit, wird vorgehalten. Innerhalb von 72 Stunden kann das modular aufgebaute Krankenhaus in Katastrophen- oder Konfliktgebiete entsandt werden und dort ambulante sowie stationäre medizinische Versorgung ermöglichen. Je nach Einsatzlage umfasst es unter anderem Notaufnahme, Operationsbereich, Mutter-Kind-Versorgung, Labor, Röntgendiagnostik und Apotheke. Eigene Anlagen für Wasser, Strom, Sanitär, Hygiene, Küche und Wäsche ermöglichen den Betrieb auch bei stark beschädigter Infrastruktur. Das Krankenhaus kann die medizinische Versorgung einer Bevölkerung von etwa 250.000 Menschen sicherstellen. Die letzten, sehr verschiedenen Einsätze des DRK-Feldkrankenhauses waren in der Ukraine und Gaza.

„Der DRK-Bevölkerungsschutz-Hub wird für die nationale und die internationale Krisenvorsorge eine Schlüsselrolle einnehmen“, ist DRK-Präsident Gröhe überzeugt. „Gerade die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig es ist, auf mögliche Katastrophen- und Zivilschutzfälle vorbereitet zu sein. Vorhaltungen und Fähigkeiten im Bevölkerungsschutz lassen sich nicht von heute auf morgen bilden. Sie müssen langfristig angeschafft und eingeplant werden, um bei Bedarf schnell einsatzfähig zu sein. Alles andere wäre fahrlässig.“

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