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Schockanruf in Grünwald: Falsche Polizeibeamte erbeuten Wertgegenstände von über 80-Jährigem

Nach einem Anruf, in dem die Cousine angeblich in polizeilichem Gewahrsam sei, übergab ein Senior Wertgegenstände an einen Abholer, nach dem die Polizei nun mit einer Personenbeschreibung sucht.

Bei einem sogenannten Schockanruf durch falsche Polizeibeamte ist ein über 80-jähriger Deutscher mit Wohnsitz im Landkreis München in Grünwald Opfer von organisiertem Callcenterbetrug geworden. Der bislang unbekannte Täter rief am Donnerstag, 05.11.2026, gegen 11:00 Uhr bei dem Senior an.

Dabei behauptete der unbekannte Anrufer, die Cousine des über 80-Jährigen befinde sich im polizeilichen Gewahrsam und es müsse eine Kaution in Höhe eines fünfstelligen Betrages hinterlegt werden. Da der Senior nicht über die geforderten Barmittel verfügte, einigte man sich auf die Abholung von Wertgegenständen in Höhe eines mittleren fünfstelligen Betrags.

Im weiteren Verlauf übergab der Senior die Wertgegenstände einem unbekannten Täter, der als Abholer fungierte. Nach der Übergabe entfernte sich der Abholer in unbekannte Richtung.

Unmittelbar nach der Übergabe bemerkte der Senior den Betrug und wählte den Polizeinotruf 110. Von der Münchner Polizei wurden umfangreiche Fahndungsmaßnahmen aufgenommen. Diese erbrachten keine neuen Hinweise auf den Täter. Das Kommissariat 61 hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Der Abholer wurde wie folgt beschrieben: männlich, 25 Jahre, 180 cm groß, kräftige Statur. Er trug eine dicke Winterjacke und einen Motorradhelm.

Zeugenaufruf: Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich der Parzivalstraße, Tremmlallee, Laufzornerstraße und Oberhachinger Straße in Grünwald Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 61, unter der Telefonnummer 089 2910-0 oder mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Hinweis der Münchner Polizei: Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte und auch andere angebliche Amtspersonen, zum Beispiel Richter oder Staatsanwälte, verwenden häufig den Trick, dass ein Familienmitglied beziehungsweise ein Angehöriger einen schweren Unfall verursacht habe und nun zur Abwendung einer Haft oder sonstigen Festhaltung eine entsprechende Kaution fällig sei.

Die Polizei bittet, sich durch einen selbstständigen Anruf beim Polizeinotruf 110 zu vergewissern, ob es sich tatsächlich um einen echten Anruf handeln könnte. Wer den Polizeinotruf 110 anruft, soll sich zudem vergewissern, dass ein vorheriger Anruf definitiv beendet wurde, indem der Hörer aufgelegt oder eine entsprechende Taste eines Mobiltelefons gedrückt wird.

Dieser Hinweis gilt außerdem für Betrugsmaschen ähnlicher Art. Wer Anrufe von vermeintlichen Personen anderer Behörden erhält, soll sich über einen unabhängigen Anruf bei dieser Behörde oder beim Polizeinotruf 110 vergewissern, ob der Anrufer tatsächlich in deren Auftrag angerufen hat.

Wichtige Tipps gegen den Betrug durch falsche Polizeibeamte:

  • Halten Sie in allen Fällen telefonische Rücksprache zu Ihrer Familie beziehungsweise Ihren Angehörigen.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  • Die Polizei oder vergleichbare Amtspersonen werden Sie niemals um die Aushändigung von Geld oder sonstigen Wertsachen bitten.
  • Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  • Übergeben Sie grundsätzlich niemals Geld an fremde Personen und stellen Sie auch niemals Wertgegenstände zur Abholung vor die Tür.

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