Gefälschte Privatrezepte in Straubing-Bogen: Mehrere Tatverdächtige ermittelt
Nach über zehn bekannten Fällen in Apotheken im Raum Straubing-Bogen hat die Kriminalpolizei einen 34-Jährigen und fünf weitere Beschuldigte im Visier.
In Apotheken im Raum Straubing-Bogen sind innerhalb von knapp einem halben Jahr in derzeit über zehn bekannten Fällen gefälschte Privatrezepte teilweise erfolgreich eingelöst worden. Nun konnten mehrere Tatverdächtige ermittelt werden.
Im Rahmen der kriminalpolizeilichen Ermittlungen wurde der Arzt vernommen, auf den die gefälschten Rezepte angeblich für fiktive Personen ausgestellt worden sein sollen. Dabei stellte sich heraus, dass er die verwendeten Vorlagen gar nicht mehr ausgibt. Diese waren vom zunächst unbekannten Täter gefälscht und hergestellt worden. Die auf den Rezepten genannten Personen werden zudem nicht von dem Arzt behandelt.
Mit den gefälschten Rezepten wurde im Zeitraum vom 25.02. bis 05.10.2026 versucht, an verschreibungspflichtige Medikamente zu gelangen, die als Drogenersatzstoffe verwendet werden. Sie sollten selbst konsumiert oder weiterverkauft werden.
Zunächst ergaben sich Verdachtsmomente gegen einen 34-jährigen Deutschen aus dem Landkreis Straubing-Bogen. Der Tatverdacht gegen den 34-Jährigen aus dem Raum Straubing-Bogen erhärtete sich insbesondere durch belastende Aussagen und eine Wohnungsdurchsuchung.
Beim Vollzug eines von der Staatsanwaltschaft Regensburg – Zweigstelle Straubing beantragten Durchsuchungsbeschlusses wurden neben gefälschten Privatrezepten auch elektronische Speichermedien beschlagnahmt. Darauf befanden sich etliche Rezeptvorlagen, darunter Druckvorlagen, die polizeilich noch nicht bekannt waren. Deshalb geht die kriminalpolizeiliche Sachbearbeitung derzeit davon aus, dass es bereits zu einer unbekannten Anzahl unbemerkter Rezepteinlösungen kam oder noch kommt.
Die Kriminalpolizei bittet daher die Apotheken im Raum Straubing-Bogen, aufmerksam zu sein und verdächtige Rezepte zu melden.
Gegen den 34-Jährigen führen die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei neben Ermittlungen wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung weitere Verfahren mit Betäubungsmittelbezug. Auch gegen bislang fünf weitere Beschuldigte, die im Verdacht stehen, die gefälschten Rezepte eingelöst zu haben, wird ermittelt.



