Deutsche Bahn verleiht Innovationspreis für modulares Bauen auf der InnoTrans
Die Deutsche Bahn hat auf der Fachmesse InnoTrans in Berlin den „DB Supplier Innovation Award 2026“ für neue Bauweisen mit vorgefertigten Modulen vergeben und zugleich ihre besten Lieferanten des Jahres ausgezeichnet.
Schneller, effizienter und kostengünstiger bauen mit industriell vorgefertigten Modulen – dieser Trend aus dem Wohnungsbau setzt sich nun auch bei der Erneuerung der Schieneninfrastruktur durch. Auf der Fachmesse InnoTrans in Berlin hat die Deutsche Bahn den „DB Supplier Innovation Award 2026“ verliehen. Ausgezeichnet wurden neue Methoden, bei denen vorgefertigte Bauteile bei der Sanierung und dem Bau von Bahnstrecken, Tunneln und Brücken zum Einsatz kommen.
Gewinner des Innovationspreises ist die Firma Salcef Bau GmbH mit ihrer Baumethode „FAST-System“. Ziel ist es, Umbauarbeiten zu beschleunigen, ohne den Bahnbetrieb vollständig zu unterbrechen. Dazu soll unter anderem der Wechsel von Schotteroberflächen auf ein „Feste-Fahrbahn-System“ beitragen, bei dem vorgefertigte Gleistragplatten als Basis dienen.
„Besonders überzeugt hat uns die Fähigkeit, Bauprozesse grundlegend neu zu denken. Durch die intelligente Kombination aus vorgefertigten Komponenten, parallelisierten Abläufen und einem integrierten Bauverfahren sollen Sperrungen künftig deutlich kürzer und weniger umfangreich ausfallen“, sagte Michael Obrowski, Vorstand Finanzen der Deutschen Bahn. Zugleich müsse sich die neue Bauweise als wirtschaftlich sinnvoll erweisen, betonte er.
Unter die Finalisten schafften es zudem die Max Bögl Stiftung und Co. KG sowie die Firmen Ramboll Deutschland GmbH und Laing O’Rourke. Die Max Bögl Stiftung wurde für ihre Tunnel-Modul-Bauweise ausgezeichnet, bei der Beton-Innenschalen für Tunnel nicht mehr vor Ort, sondern industriell vorgefertigt werden. Das verkürzt die Bauzeit am Gleis, da beispielsweise Beton nicht mehr während der Bauarbeiten aushärten muss. Ramboll Deutschland und Laing O’Rourke wurden für ein flexibles, modular vorgefertigtes Widerlagersystem für den Brückenbau prämiert.
Das Auswahlverfahren wurde wissenschaftlich vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe begleitet. Bewertet wurden unter anderem Neuigkeitsgrad und Einzigartigkeit, Mehrwert und Ergebnisbeitrag sowie Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Modulare Bauweisen sollen auf der Schiene neben kürzeren Bauzeiten auch bessere Qualität, Wirtschaftlichkeit, Planbarkeit und erleichterte Arbeitsbedingungen ermöglichen.
Neben dem Innovationspreis verlieh die Deutsche Bahn auf der InnoTrans auch Lieferantenprädikate in drei Kategorien: Schienenfahrzeuge und Schienenfahrzeugteile, Allgemeine Bedarfe und Leistungen sowie Infrastruktur. In der Kategorie Schienenfahrzeuge und Schienenfahrzeugteile siegte die Bonatrans Group, die seit mehr als drei Jahrzehnten Schienenfahrzeugtechnik an den DB-Konzern liefert. Harmen van Zijderveld, Vorstand Regionalverkehr der DB, lobte die Termintreue, Wettbewerbsstärke und Kundenorientierung des Unternehmens.
In der Kategorie Allgemeine Bedarfe und Leistungen zeichnete DB-Finanzvorstand Obrowski die Firma Global Display Solutions aus, die mit mehr als 1.800 Anzeigesystemen an Bahnhöfen im Einsatz die Fahrgastinformation verbessere. In der Kategorie Infrastruktur setzte sich die Pan Dacom Direkt GmbH durch. Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO, hob hervor, dass das Unternehmen die kritische Telekommunikations- und Netzwerkinfrastruktur der Bahn als strategischer Partner sicher und zuverlässig unterstütze.
Die DB-Lieferantenprädikate wurden 2026 zum zwölften Mal vergeben, der „DB Supplier Innovation Award“ zum sechsten Mal. Für den Innovationspreis können sich Unternehmen auch dann bewerben, wenn sie noch keine DB-Lieferanten sind. Den prämierten Innovationen fehlen laut Deutscher Bahn teilweise noch Betriebserprobungen in der Praxis sowie weitere erforderliche Genehmigungen, etwa für den Einsatz in kritischer Infrastruktur. Nach Abschluss aller Prüfungen stehen die Chancen nach Angaben der DB gut, dass die Neuheiten tatsächlich zum Einsatz kommen. Jan Grothe, Leiter Beschaffung (CPO) der DB, verwies darauf, dass frühere Preisträger wie LiveEO GmbH und Holoplot GmbH mit ihren Innovationen inzwischen weltweiten Erfolg erzielt hätten.



