Deutschland & Welt

Herrmann stellt neue Präventionsfilme gegen Rechtsextremismus vor

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat zwei neue Kurzfilme präsentiert, die anhand echter Aussteigergeschichten den Weg in die rechtsextreme Szene und wieder heraus zeigen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat zwei neue Kurzfilme unter dem Titel „Der Weg zurück“ vorgestellt, die den erfolgreichen Ausstieg aus der rechtsextremistischen Szene thematisieren. „Das sind echte Geschichten aus dem Leben, von Menschen, die in die Szene abgerutscht sind, aber wieder einen Ausweg aus dieser Welt gefunden haben“, erklärte Herrmann. Aussteiger berichten darin von ihrer Vergangenheit, während professionelle Schauspielerinnen und Schauspieler die entscheidenden Momente nachstellen: den Einstieg, die zunehmende Radikalisierung und den Ausstieg mit seinen Zweifeln, dem nötigen Mut und oft schmerzhaften Brüchen mit dem bisherigen Umfeld.

Die beiden Kurzfilme sowie ein begleitendes Experteninterview als Video, das zentrale Szenen und Radikalisierungsmechanismen fachlich einordnet, sind in Zusammenarbeit des bayerischen Innenministeriums mit der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) entstanden. Sie sind ab sofort Teil der Präventionsarbeit der BIGE und stehen Schulen sowie weiteren Fachkräften der pädagogischen Arbeit, etwa im Sport oder bei Vereinen, zur Verfügung.

Dem Innenminister bereitet vor allem die schnelle Radikalisierung von Kindern und Jugendlichen über soziale Medien und Gamingplattformen große Sorgen. „Extremisten bieten einfache Antworten auf komplexe Fragen. Sie arbeiten mit klaren Feindbildern, provozieren, emotionalisieren und versprechen Zugehörigkeit. Gerade junge Menschen versuchen sie damit gezielt anzusprechen“, so Herrmann. Sowohl etablierte Gruppen als auch neuere, stark erlebnisorientierte Jugendgruppierungen fänden durch vermeintlich harmlose Memes, Musik oder Videos auf TikTok und anderen Plattformen leicht Zugang zu jungen Menschen, um sie anschließend in abgeschottete Chaträume oder Foren zu locken und dort mit radikalem Gedankengut vertraut zu machen. Extremisten machten sich dabei zutiefst menschliche Gefühle zunutze, die Jugendliche oft erlebten – etwa Selbstzweifel, eine Sehnsucht nach Anerkennung oder nach Gemeinschaft.

„Genau deshalb müssen wir mit unserer Präventionsarbeit früh ansetzen und junge Menschen mit zeitgemäßen Formaten dort erreichen, wo sie unterwegs sind“, betonte Herrmann. Die Filme werden deshalb nicht nur für die Präventionsarbeit der BIGE und die Jugendarbeit in ganz Bayern verwendet, sondern sind auch Teil der neu gestarteten Social-Media-Aufklärungskampagne „Extrem Durchschaut“ des Innenministeriums gegen Extremismus. „Wir setzen dabei ganz bewusst auf die verschiedenen Social-Media-Kanäle und beleuchten verschiedene Themen aus den unterschiedlichen extremistischen Phänomenbereichen, zuerst aus dem Rechtsextremismus, in der Folge dann aus dem Antisemitismus, dem Linksextremismus und weiteren Bereichen, wie etwa dem Islamismus“, so Herrmann weiter.

Abschließend machte der Innenminister deutlich: „Ein Ausstieg ist schwierig, aber möglich. Es gibt Hilfe und es gibt einen Weg zurück.“ Hier setzt die BIGE mit ihrem Ausstiegsprogramm an, das Betroffene und ihr persönliches Umfeld auf dem Weg aus dem politischen Extremismus unterstützt und begleitet. Die Stelle bietet kostenfreie und vertrauliche Hilfe zur Selbsthilfe beim Ausstieg aus einer extremistischen Szene an oder unterstützt, wenn jemand erkennbar in den Extremismus abzudriften droht. Dabei betreut die BIGE Personen aus dem Rechtsextremismus, aber auch Aussteiger aus der linksextremistischen Szene sowie aus dem Milieu der Reichsbürger und Selbstverwalter.

Weitere Informationen und Materialien zu den Filmen „Der Weg zurück“ und der Aufklärungskampagne finden sich unter www.extrem-durchschaut.bayern.de, Informationen rund um die BIGE unter www.bige.bayern.de.

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