Schockanruf: Falscher Arzt ertrickst über 90-Jährigem in München sechsstelligen Bargeldbetrag
In der Münchner Maxvorstadt erbeuteten Betrüger mit einem perfiden Schockanruf einen mittleren sechsstelligen Bargeldbetrag von einem über 90-jährigen Mann.
Ein über 90-jähriger Münchner ist am Montag, 21. September 2026, Opfer eines sogenannten Schockanrufs geworden und hat dabei einen mittleren sechsstelligen Bargeldbetrag verloren. Wie das Polizeipräsidium München mitteilt, meldete sich gegen 14:30 Uhr zunächst eine bislang unbekannte Frau telefonisch bei dem Senior und gab sich als Oberärztin eines Krankenhauses aus. Kurz darauf schaltete sich ein ebenfalls unbekannter Mann in das Gespräch ein, der vorgab, Professor an einer Klinik zu sein.
Die Anrufer erklärten dem Mann, für seine Ehefrau – die sich zu diesem Zeitpunkt tatsächlich in stationärer Behandlung befand – gebe es ein spezielles Medikament aus der Schweiz. Dafür müsse er jedoch kurzfristig einen hohen Geldbetrag aufbringen, der später von der Krankenversicherung erstattet werde. Als der Senior angab, über entsprechende Barmittel zu verfügen, schickten die Täter eine Frau zur Abholung in seine Wohnung. Dort übergab der über 90-Jährige das Bargeld in Höhe eines mittleren sechsstelligen Betrages, woraufhin die Frau die Wohnung wieder verließ.
Erst danach bemerkte der Mann den Betrug und verständigte einen Bekannten, der wiederum den Polizeinotruf informierte. Die weiteren Ermittlungen hat das Kommissariat 61 des Polizeipräsidiums München übernommen.
Die Abholerin wird wie folgt beschrieben: weiblich, etwa 38 Jahre alt, rund 165 cm groß, schlanke Statur, schulterlange Haare, westeuropäische Erscheinung, bayerischer Dialekt. Sie trug ein buntes Jackenkleid, flache Schuhe sowie eine Ledertasche.
Die Polizei sucht nun nach Zeugen und fragt: Wer hat im genannten Zeitraum im Bereich der Görresstraße, Schwarzmannstraße, Zentnerstraße, Schwindstraße, des Josephsplatzes sowie am U-Bahnhof Josephsplatz in der Maxvorstadt Beobachtungen gemacht, die mit dem Vorfall in Zusammenhang stehen könnten? Sachdienliche Hinweise nimmt das Kommissariat 61 unter der Telefonnummer 089 2910-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
Die Münchner Polizei weist darauf hin, dass die Vorgehensweise der Täterinnen und Täter bei solchen Betrugsmaschen immer ähnlich sei: Sie geben sich am Telefon als Polizeibeamte, Amtsträger wie Staatsanwälte oder – wie in diesem Fall – als Ärzte aus und versuchen, ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden zur Übergabe von Vermögenswerten zu bewegen. Die Polizei rät ausdrücklich dazu, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und im Zweifel einfach aufzulegen. Krankenhäuser, Polizei, Staatsanwaltschaften oder Gerichte würden grundsätzlich niemals Barzahlungen verlangen oder Boten zur Geldabholung schicken. Vertrauliche Informationen sollten nicht preisgegeben und die angeblich erkrankte Person möglichst direkt kontaktiert werden. Geld oder Wertgegenstände sollten niemals übergeben werden. Im Zweifel könne jederzeit die Notrufnummer 110 gewählt werden.
Zuständig: Polizeipräsidium München, Kommissariat 61



