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Schockanruf durch falschen Arzt in Sendling-Westpark: Polizei sucht Zeugen

Nach einem Anruf eines angeblichen Arztes übergab ein über 80-jähriger Münchner Bargeld im fünfstelligen Bereich an einen unbekannten Abholer, nun bittet die Polizei um Hinweise.

Am Donnerstag, 01.10.2026, gegen 17.00 Uhr erhielt ein über 80-jähriger Deutscher mit Wohnsitz in München den Anruf eines bislang unbekannten Mannes. Der Anrufer gab an, die Tochter des über 80-Jährigen liege im Krankenhaus, und eine kostspielige Behandlung sei für ihre Genesung dringend notwendig. Dafür solle der Senior Bargeld im fünfstelligen Bereich bereitstellen. Es handelt sich um einen Fall von organisiertem Callcenterbetrug in Form eines sogenannten Schockanrufs durch einen falschen Arzt im Münchner Stadtteil Sendling-Westpark.

Im Anschluss nahm ein zweiter unbekannter Täter das Bargeld persönlich an der Wohnadresse entgegen. Danach flüchtete er zu Fuß.

Die Tochter des über 80-Jährigen informierte umgehend die Polizei über den Notruf 110. Eine sofort eingeleitete Fahndung brachte keine neuen Hinweise auf den Täter. Das Kommissariat 61 des Polizeipräsidiums München hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Der Abholer wurde wie folgt beschrieben: männlich, ca. 25 Jahre alt, 184 cm groß, kurze, dunkle Haare, südeuropäische Erscheinung. Er trug ein dunkles langärmeliges Hemd, eine lange dunkle Hose und helle Turnschuhe.

Die Ermittler fragen: Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich Eichendorffplatz, Albert-Roßhaupter-Straße und Heckenstallerstraße (Westend) Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten?

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 61, unter der Telefonnummer 089 2910-0 oder mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Die Münchner Polizei weist darauf hin, dass die Vorgehensweise der Täterinnen und Täter immer ähnlich ist. Sie geben sich am Telefon als Polizeibeamte, Amtsträger (zum Beispiel Staatsanwalt) oder, wie zuletzt auch, als Ärzte aus. Unter verschiedenen Vorwänden versuchen sie, ihre Opfer dazu zu bringen, vorhandene Vermögenswerte zu übergeben. Die Strategien, an Vermögenswerte zu gelangen, seien mindestens genauso vielfältig wie die erfundenen Geschichten. Ein gesundes Misstrauen sei deshalb die beste Prävention.

Die Polizei rät: Ob falsche Ärzte, falsche Polizeibeamte oder falsche Staatsanwälte – man solle sich nicht unter Druck setzen lassen und einfach auflegen. Grundsätzlich verlangen Krankenhäuser, Polizei, Staatsanwaltschaften oder Gerichte niemals Barzahlungen und schicken keine Boten zur Geldabholung. Vertrauliche Informationen sollten nicht herausgegeben werden, und man solle versuchen, die angeblich erkrankte Person direkt zu kontaktieren. Geld oder Wertgegenstände sollten niemals übergeben werden. Im Zweifel sei immer die Notrufnummer 110 zu wählen, die Polizei sei jederzeit erreichbar.

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