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Cybertrading-Betrug in Oberfranken: Schaden 2026 bereits bei mehreren Millionen Euro

Die Polizei warnt vor Betrug mit Kryptowährungen und angeblich lukrativen Tradingangeboten, der oft mit einem Einsatz von nur 250 Euro beginnt.

Immer häufiger spielt das Phänomen Cybertrading bei der Anzeigenaufnahme eine Rolle. Die Schadensumme beläuft sich 2026 allein in Oberfranken bereits auf mehrere Millionen Euro.

Die Masche beginnt häufig mit einem vermeintlich kleinen Investment, oftmals 250 Euro. Geködert werden die unbescholtenen Bürgerinnen und Bürger durch manipulierte Werbeseiten mit Prominenten, beispielsweise im Zusammenhang mit „Die Höhle der Löwen“, oder durch soziale Medien und Messenger-Kanäle, häufig Telegram.

Besonders wichtig: Wer bereits Opfer eines Anlagebetrugs geworden ist, sollte keinesfalls auf sogenannte „Recovery-Angebote“ eingehen. Betrüger nehmen, getarnt als Bankmitarbeiter oder Rechtsanwälte, gezielt Kontakt zu bereits Geschädigten auf und versprechen, verlorenes Geld gegen eine Vorauszahlung zurückzuholen. Dabei handelt es sich häufig um einen weiteren Betrugsversuch.

Die Polizei empfiehlt, verdächtige Anlageangebote sorgfältig zu prüfen, keine Zahlungen aufgrund telefonischer oder über Messenger übermittelter Anweisungen vorzunehmen und sich bei Unsicherheit frühzeitig an die Polizei zu wenden.

Die Schadenssummen sind in solchen Fällen oft sehr hoch. Die Polizei nennt dazu einige Beispiele aus Oberfranken.

Im Landkreis Bayreuth haben unbekannte Täter einen Mann um rund 200.000 Euro gebracht. Anfang 2025 wurde er über eine Internetwerbung auf vermeintlich lukrative Investitionsmöglichkeiten mit Kryptowährungen aufmerksam. In der Werbung vermittelten bekannte Persönlichkeiten den Eindruck, mit einem geringen Startkapital innerhalb kürzester Zeit hohe Gewinne erzielt zu haben. Der Geschädigte klickte auf den angegebenen Link und hinterließ seine Kontaktdaten.

Kurze Zeit später meldete sich eine vermeintliche Brokerin über WhatsApp. Sie erklärte dem Mann die angebliche Vorgehensweise und forderte ihn zunächst auf, 250 Euro auf ein angegebenes Konto zu überweisen. Zudem sollte er eine App der Handelsplattform installieren. Dort konnte der Geschädigte Kursentwicklungen und stetig steigende Gewinne beobachten.

Die angezeigten Gewinne waren jedoch nicht real. Mit der Aussicht auf hohe Renditen wurde der Geschädigte dazu gebracht, immer größere Geldbeträge zu investieren. Als er sich sein Guthaben auszahlen lassen wollte, wurden hierfür angeblich weitere Gebühren, Versicherungen und Freischaltkosten fällig. Er überwies daraufhin erneut Geld. Schließlich entstand ihm ein Schaden von rund 160.000 Euro. Eine Auszahlung erfolgte zu keinem Zeitpunkt. Nach etwa fünf Monaten brach der Kontakt zu den Betrügern ab.

Im Rahmen der Anzeigenerstattung warnten Ermittler der Kripo den Geschädigten ausdrücklich davor, dass sich die Täter zu einem späteren Zeitpunkt unter einem anderen Namen erneut bei ihm melden könnten. Tatsächlich erhielt er etwa vier Monate später einen Anruf. Die Anrufer gaben sich als Juristen aus und behaupteten, auf die Rückholung eingefrorener beziehungsweise betrügerisch erlangter Gelder spezialisiert zu sein. Für ihre angebliche Tätigkeit verlangten sie vorab 40.000 Euro. Auch diesen Betrag überwies der Geschädigte. Nachdem es erneut zu angeblichen Schwierigkeiten bei der Rückholung kam, brachen die Täter den Kontakt ab. Insgesamt verlor der Mann rund 200.000 Euro.

Auch im Landkreis Lichtenfels fiel im August dieses Jahres ein älterer Mann auf eine unseriöse Webseite zum Handeln von Investitionsprodukten herein. Binnen kürzester Zeit gaukelten ihm die Betreiber vor, aus seinem Investment von 10.000 Euro 153.000 Euro gemacht zu haben. Dafür benutzten die Broker gefälschte Charts. Um diese auszuzahlen, solle der Mann nun 25.000 Euro überweisen. Glücklicherweise durchschaute er den Betrug und erstattete Anzeige bei der Polizei. Die weiteren Ermittlungen übernahm die Kripo Coburg.

Ähnlich erging es einem Anfang 20-jährigen Bamberger zum Jahreswechsel 2024/2025. Auch er wurde durch eine Werbeanzeige im Internet auf eine Handelsplattform aufmerksam, die angeblich mithilfe künstlicher Intelligenz hohe Gewinne erwirtschaften sollte. Nachdem er sich auf der Plattform mittels Ausweises registriert und verifiziert hatte, schlossen die Betrüger bei verschiedenen Banken Kredite in Höhe von insgesamt 50.000 Euro auf seinen Namen ab.

Mit dem Werbeslogan „durch KI Geld im Schlaf verdienen“ angelockt, ließ sich auch ein Mitte 50-Jähriger aus dem Landkreis Hof Ende 2023 darauf ein, 250 Euro auf ein angeblich sicheres Investitionskonto zu überweisen. Die Betrüger schafften es, den Mann dahingehend anzuweisen, an Identifikationsmaßnahmen mitzuwirken. So schlossen sie unter seinem Namen mehrere Kreditverträge ab. Letztlich floss Geld von seinem Privatkonto ab, und zwar ins Ausland. Er wurde stutzig und wandte sich an die Polizei.

Die beschriebenen Fälle zeigen nach Darstellung der Polizei, wie perfide heutige Betrugsmaschen gestrickt sind, besonders im Bereich des Cybertradings. Die Polizei sensibilisiert: „Wenn es sich zu gut anhört, ist es meistens Fake!“

Besondere Vorsicht gilt zudem, wenn Betroffene tatsächlich Geldsummen auf ihre Konten erhalten und gebeten werden, diese weiter zu transferieren. So sind sie schnell selbst nicht nur Betrugsopfer, sondern Beschuldigte im Strafverfahren, und zwar wegen Geldwäsche.

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