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Falscher Arzt in Trudering: Seniorin übergibt Bargeld und Schmuck

Eine über 80-jährige Frau aus München wurde am Telefon mit der Behauptung einer schweren Erkrankung ihrer Tochter zur Übergabe von Bargeld und Schmuck gebracht.

Im Fall eines organisierten Callcenterbetrugs mit der Masche „Falscher Arzt“ in München-Trudering ermittelt die Münchner Polizei. Am Montag, 28.09.2026, gegen 19:00 Uhr, erhielt eine über 80-jährige Deutsche mit Wohnsitz in München den Anruf einer ihr unbekannten Frau. Diese stellte sich als Klinikangestellte vor.

Die Anruferin teilte der Seniorin mit, ihre Tochter liege im Kraushausenhaus. Bei einem CT sei herausgekommen, dass eine schwere Krebserkrankung vorliege. Für die Behandlung werde ein teures Medikament benötigt, dessen Kosten selbst getragen werden müssten.

Für die Übergabe wurde letztlich ein Treffen am Anwesen der über 80-Jährigen vereinbart. Gegen 20:30 Uhr übergab die Seniorin vor ihrer Haustür einer unbekannten Frau und einem weiteren unbekannten Täter mehrere tausend Euro Bargeld und diverse Schmuckstücke.

Unmittelbar nach der Übergabe rief die Seniorin ihren Sohn an. Er erkannte den Betrug und verständigte die Polizei. Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen im Nahbereich brachten keine neuen Erkenntnisse über die Täter. Das Kommissariat 61 hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Die Münchner Polizei weist darauf hin, dass die Vorgehensweise der Täterinnen und Täter immer ähnlich ist. Sie geben sich am Telefon als Polizeibeamte, Amtsträger (zum Beispiel Staatsanwalt) oder wie zuletzt auch als Ärzte aus und versuchen, ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu zu bringen, vorhandene Vermögenswerte zu übergeben. Die Strategien der Täter, an Vermögenswerte zu gelangen, seien mindestens genauso vielfältig wie deren erfundene Geschichten. Ein gesundes Misstrauen sei deshalb die beste Prävention.

Ob falsche Ärzte, falsche Polizeibeamte oder falsche Staatsanwälte: Die Polizei rät, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und einfach aufzulegen.

Die Polizei nennt dazu folgende Hinweise:

  • Grundsätzlich verlangen Krankenhäuser, Polizei, Staatsanwaltschaften oder Gerichte niemals Barzahlungen und schicken keine Boten zur Geldabholung.
  • Geben Sie keine vertraulichen Informationen heraus und versuchen Sie, die angeblich erkrankte Person direkt zu kontaktieren.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände.
  • Wählen Sie im Zweifel immer die Notrufnummer 110. Die Polizei ist jederzeit erreichbar.

Zuständig: Münchner Polizei, Kommissariat 61

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