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Schockanruf durch falschen Arzt in Feldmoching-Hasenbergl: Seniorin übergibt Wertgegenstände

Mit der Geschichte einer an Krebs erkrankten Freundin brachten Anrufer eine über 80-jährige Frau dazu, Wertgegenstände im mittleren sechsstelligen Bereich zu übergeben.

Am Mittwoch, 30.09.2026, erhielt eine über 80-jährige Seniorin in Feldmoching-Hasenbergl auf ihrem Festnetztelefon den Anruf einer bislang unbekannten männlichen Person. Dieser gab an, dass eine ihrer besten Freundinnen an Krebs erkrankt sei und teure Medikamente benötige. Die Behandlung würde 150.000 Euro kosten und müsse bezahlt werden. Am Telefon waren mehrere verschiedene Männer zu hören, die sich abwechselnd als Arzt und Klinikpersonal ausgaben.

Im Anschluss wurde eine Übergabezeit vereinbart. Kurz darauf übergab die über 80-Jährige an der Haustür Wertgegenstände im Gesamtwert eines mittleren sechsstelligen Betrags. Danach entfernten sich die Abholer in unbekannte Richtung.

Kurze Zeit später bemerkte die Seniorin den Betrug und informierte die Polizei über den Notruf 110. Das Kommissariat 61 des Polizeipräsidiums München hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Der Abholer wurde wie folgt beschrieben: männlich, ca. 40 Jahre alt, ca. 1,70 m groß, schlank, osteuropäisches Aussehen, Brille. Er trug eine graue Cap, eine lange Hose und eine Jacke unbekannter Farbe. Außerdem hatte er eine grau/schwarze Tragetasche mit Reißverschluss bei sich.

Die Polizei fragt: Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich der Feldmochinger Straße, der Gutmannstraße und im Bereich des Fasaneriesees Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten?

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 61, unter der Telefonnummer 089 2910-0 oder mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Die Münchner Polizei weist darauf hin, dass die Vorgehensweise der Täterinnen und Täter immer ähnlich ist. Sie geben sich am Telefon als Polizeibeamte, Amtsträger (z. B. Staatsanwalt) oder, wie zuletzt auch, als Ärzte aus und versuchen, ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu zu bringen, vorhandene Vermögenswerte zu übergeben. Die Strategien der Täter, an Vermögenswerte zu gelangen, seien mindestens genauso vielfältig wie ihre erfundenen Geschichten. Ein gesundes Misstrauen sei deshalb die beste Prävention. Ob falsche Ärzte, falsche Polizeibeamte oder falsche Staatsanwälte: Man solle sich nicht unter Druck setzen lassen und einfach auflegen.

Die Polizei gibt dazu folgende Hinweise: Grundsätzlich verlangen Krankenhäuser, Polizei, Staatsanwaltschaften oder Gerichte niemals Barzahlungen und schicken keine Boten zur Geldabholung. Vertrauliche Informationen sollten nicht herausgegeben werden, und man solle versuchen, die angeblich erkrankte Person direkt zu kontaktieren. Geld oder Wertgegenstände sollten niemals übergeben werden. Im Zweifel solle man immer die Notrufnummer 110 wählen, die Polizei sei jederzeit erreichbar.

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