Oktoberfest: Mehrere Festnahmen bei Polizeieinsätzen auf der Wiesn
Die Wiesnwache und die Münchner Kriminalpolizei nahmen am Donnerstag auf dem Oktoberfest sechs Tatverdächtige fest, unter anderem wegen unerlaubter Bildaufnahmen, eines staatsschutzfeindlichen Delikts, versuchten Diebstahls, eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, sexueller Belästigung und Körperverletzung.
Auch am Donnerstag, dem 24.09.2026, verzeichnete die Wiesnwache auf dem Oktoberfest mehrere Einsätze. Polizeibeamte nahmen im Verlauf des Tages und Abends sechs Tatverdächtige wegen unterschiedlicher Delikte vorläufig fest. Zudem informierte die Münchner Polizei über die traditionelle Unterstützung durch internationale Einsatzkräfte während des Oktoberfests.
Mann fotografiert Frau unter dem Dirndl – Festnahme auf dem Festgelände
Am Donnerstag, 24.09.2026, gegen 17:10 Uhr, befanden sich Taschendiebfahnder aus Erding und München auf dem Oktoberfest. Dabei beobachteten sie einen Mann, der eine Frau unbemerkt unter deren Dirndl fotografierte. Die 34-jährige Norwegerin hatte sich zu diesem Zeitpunkt vor dem Biergarten eines Festzelts hingehockt. Der Mann nutzte dies aus und fertigte mit seinem Mobiltelefon eine Aufnahme unter ihrem Rock an.
Die Polizeibeamten nahmen den Tatverdächtigen daraufhin vorläufig fest und brachten ihn zur Wiesnwache. Bei ihm handelt es sich um einen 39-jährigen Italiener ohne festen Wohnsitz in Deutschland. Das Mobiltelefon des 39-Jährigen wurde sichergestellt.
Der Mann wurde wegen der Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen angezeigt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und der Zahlung einer Sicherheitsleistung in Höhe eines niedrigen vierstelligen Betrags wurde er wieder entlassen. Die weiteren Ermittlungen führt die Polizeiinspektion 17 (Wiesnwache).
Hitlergruß im Festzelt – Mann nach staatsschutzfeindlichem Delikt festgenommen
Am Donnerstag, 24.09.2026, gegen 19:30 Uhr, beobachteten mehrere Besucher in einem Festzelt einen Mann, der eine Grußformel mit Bezug zum Nationalsozialismus zeigte und rief. Zwei der Zeugen sprachen daraufhin auf dem Festgelände Polizeibeamte an und schilderten ihre Beobachtungen.
Die Polizeibeamten begleiteten die beiden Zeugen anschließend zurück in das Festzelt, wo sich die betreffende Personengruppe noch immer befand. Der Tatverdächtige konnte zweifelsfrei identifiziert werden. Bei ihm handelt es sich um einen 40-jährigen Serben ohne festen Wohnsitz in Deutschland.
Der 40-Jährige wurde zur Wiesnwache gebracht und wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen angezeigt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und der Zahlung einer Sicherheitsleistung in Höhe eines niedrigen vierstelligen Betrags wurde er wieder entlassen. Die weiteren Ermittlungen führt die Polizeiinspektion 17 (Wiesnwache).
Versuchter Taschendiebstahl im Festzelt endet mit Festnahme
Am Donnerstag, 24.09.2026, gegen 18:45 Uhr, befanden sich Taschendiebfahnder aus Frankfurt in einem Festzelt. Dort fiel ihnen ein Mann auf, der sich durch das Festzelt bewegte und offensichtlich nach Diebstahlsgelegenheiten suchte. Im weiteren Verlauf beobachteten die Polizeibeamten, wie der Mann zunächst in die Tasche einer Jacke griff und versuchte, daraus einen Gegenstand zu entwenden. Dies gelang ihm jedoch nicht.
Anschließend versuchte der Tatverdächtige, eine auf einer Bierbank abgestellte Handtasche zu entwenden. Dies wurde von den anwesenden Gästen bemerkt, woraufhin diese den Mann ansprachen. Daraufhin verließ er zügig das Festzelt. Als er anschließend das Festgelände verlassen wollte, wurde er von Polizeibeamten vorläufig festgenommen.
Bei ihm handelt es sich um einen 51-jährigen Bulgaren mit Wohnsitz in München. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der 51-Jährige wieder entlassen. Die weiteren Ermittlungen führt das Kommissariat 55 der Münchner Kriminalpolizei.
Kokain auf Zelttoilette entdeckt – 35-Jähriger in Sicherheitsgewahrsam
Am Donnerstag, 24.09.2026, gegen 22:40 Uhr, bemerkten Polizeibeamte auf der Toilette eines Festzelts einen Mann, der offensichtlich Betäubungsmittel konsumierte. Bei der anschließenden Durchsuchung fanden die Polizeibeamten bei ihm weißes Pulver, wobei es sich nach derzeitigem Stand der Ermittlungen um Kokain handelt. Dieses wurde sichergestellt und der Mann vorläufig festgenommen.
Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 35-jährigen Deutschen mit Wohnsitz in Baden-Württemberg. Er wurde anschließend zur Wiesnwache gebracht. Während der gesamten polizeilichen Maßnahmen verhielt er sich erheblich unkooperativ und verbal aggressiv gegenüber den eingesetzten Polizeibeamten. Zudem erklärte er, einem angekündigten Platzverweis für das Festgelände nicht Folge leisten zu wollen.
Da mit weiteren Störungen zu rechnen war, wurde der 35-Jährige wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt, nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen in Sicherheitsgewahrsam genommen und der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überstellt. Am Freitag, 25.09.2026, gegen 06:00 Uhr, wurde er wieder entlassen. Die weiteren Ermittlungen führt das Kommissariat 83 der Münchner Kriminalpolizei.
Trotz Hausverbot im Festzelt – Mann nach sexueller Belästigung festgenommen
Am Donnerstag, 24.09.2026, gegen 20:40 Uhr, hielt sich ein Mann trotz eines zuvor ausgesprochenen Hausverbots erneut in einem Festzelt auf. Dort berührte er mehrere Frauen mehrfach über der Kleidung am Gesäß. Die Frauen wandten sich daraufhin an den Sicherheitsdienst. Dieser verwies den Mann aus dem Festzelt und übergab ihn anschließend an Polizeibeamte.
Der Tatverdächtige wurde vorläufig festgenommen und zur Wiesnwache gebracht. Bei ihm handelt es sich um einen 32-jährigen Ungarn mit Wohnsitz in München. Er wurde wegen sexueller Belästigung angezeigt und anschließend zur erkennungsdienstlichen Behandlung zum Polizeipräsidium München gebracht. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er wieder entlassen. Von polizeilicher Seite wird beim KVR ein Betretungsverbot für das Festgelände angeregt. Die weiteren Ermittlungen führt die Polizeiinspektion 17 (Wiesnwache).
Sicherheitsmitarbeiter im Festzelt geschlagen – 20-Jähriger festgenommen
Am Donnerstag, 24.09.2026, gegen 21:40 Uhr, wurde ein Besucher durch Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aus einem Festzelt begleitet. Währenddessen kam ein weiterer, bis zu diesem Zeitpunkt noch unbeteiligter Mann hinzu und schlug einem 47-jährigen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes unvermittelt mit der Faust ins Gesicht. Der 47-Jährige wurde dadurch leicht verletzt, eine medizinische Behandlung war nicht erforderlich.
Der Tatverdächtige wurde anschließend von weiteren Sicherheitsdienstmitarbeitern festgehalten. Darüber hinaus wurde die Polizei verständigt. Der Tatverdächtige wurde von den eingesetzten Polizeibeamten festgenommen und zur Wiesnwache gebracht. Bei ihm handelt es sich um einen 20-jährigen Iren ohne festen Wohnsitz in Deutschland.
Er wurde wegen Körperverletzung angezeigt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und der Zahlung einer Sicherheitsleistung in Höhe eines niedrigen vierstelligen Betrags wurde er wieder entlassen. Die weiteren Ermittlungen führt die Polizeiinspektion 17 (Wiesnwache).
Internationale Polizeikräfte unterstützen die Münchner Polizei beim Oktoberfest
Es ist eine Tradition, die im Jahr 2026 bereits zum 22. Mal fortgeführt wird: Die Münchner Polizei erhält erneut tatkräftige Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen aus dem europäischen Ausland. Besonders die italienischen Polizeikräfte der Polizia di Stato und der Carabinieri spielen dabei eine zentrale Rolle und stehen stellvertretend für die Zusammenarbeit mit weiteren europäischen Ländern.
Am Sonntag, 27. September 2026, um 13:00 Uhr, begrüßen Polizeivizepräsident Christian Huber, Polizeidirektor Christian Schäfer, Leiter der Wiesnwache, sowie Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München, die uniformierten Polizeibeamtinnen und -beamten aus Italien. Die offizielle Begrüßung unterstreicht die Wertschätzung für die langjährige internationale Zusammenarbeit.
Die italienischen Kolleginnen und Kollegen sowie Einsatzkräfte aus anderen europäischen Ländern werden gemeinsam mit bayerischen Polizeikräften die Sicherheit auf dem Oktoberfest gewährleisten. Durch ihre Sprach- und Kulturkompetenz wird die Kommunikation mit den zahlreichen internationalen Gästen erleichtert, Konflikte können präventiv gelöst und im Bedarfsfall schnell eingegriffen werden. Diese enge Kooperation findet sowohl bei den Gästen als auch den Einsatzkräften großen Anklang.
Neben der Polizei leisten auch Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Bozen sowie des österreichischen Rettungsdienstes wertvolle Beiträge. Während des sogenannten „Italiener-Wochenendes“ und am letzten Wiesn-Wochenende sind jeweils drei Feuerwehrleute aus Bozen in der Integrierten Leitstelle tätig und unterstützen dort als Dolmetscher bei Notrufen. Die österreichischen Rettungsdienste helfen den Rettungskräften bei der Befragung von Patienten vor Ort, was die Erstversorgung beschleunigt und die Dokumentation verbessert.
Das Oktoberfest ist ein internationales Volksfest und stellt damit eine besondere Herausforderung für die Sicherheitsbehörden dar. Durch die enge Kooperation mit Polizeikräften, Feuerwehrleuten und Rettungsdiensten aus Italien, Frankreich und weiteren Ländern wird diese Herausforderung nach Angaben der Polizei souverän gemeistert. Die Präsenz ausländischer Einsatzkräfte verdeutlicht die europäische Solidarität, erhöht die Sicherheit und soll dafür sorgen, dass sich Besucherinnen und Besucher aus aller Welt herzlich willkommen fühlen.
„Die internationale Unterstützung ist ein fester Bestandteil unseres Sicherheitskonzepts für das Oktoberfest. Sie stärkt nicht nur die Einsatzfähigkeit, sondern macht die Wiesn für unsere Gäste noch ein Stückchen heimischer“, betont Polizeivizepräsident Christian Huber.



