Oktoberfest-Polizeibericht: Todesfall nach Sturz, versuchter Wohnwagen-Einbruch und NS-Grußgeste
Die Polizei berichtet vom Oktoberfest über den Tod einer über 90-jährigen Rollstuhlfahrerin nach einem Sturz an einem Kutschengespann, die vorläufige Festnahme dreier junger Männer nach einem versuchten Wohnwagen-Einbruch und einen 27-Jährigen, der wegen einer Grußgeste mit Bezug zum Nationalsozialismus angezeigt wurde.
Auf dem Oktoberfest in München hat es mehrere polizeilich relevante Vorfälle gegeben. Die Meldung umfasst ein Unfallgeschehen im Bereich der Oidn Wiesn mit einer später verstorbenen Frau, einen versuchten Einbruch in einen Wohnwagen hinter einem Fahrgeschäft sowie eine Festnahme nach einem staatsschutzrelevanten Delikt an einem U-Bahnabgang.
Über 90-jährige Rollstuhlfahrerin nach Sturz an Kutschengespann verstorben
Am Mittwoch, 23.09.2026, gegen 14:10 Uhr, befand sich eine über 90-jährige deutsche Rollstuhlfahrerin mit Wohnsitz in München in Begleitung auf dem Oktoberfest im Bereich der Oidn Wiesn.
Vor einem Festzelt wollte sie ein Pferd eines dort befindlichen Kutschengespanns am Kopf streicheln. Hierbei verfing sich ein Teil des Pferdegeschirrs am Rollstuhl. Als das Pferd daraufhin den Kopf anhob, wurde der Rollstuhl umgestoßen und die Frau stürzte zu Boden.
Nachdem ihr wieder in den Rollstuhl geholfen worden war, setzte sie ihren Weg zunächst fort. Kurze Zeit später verschlechterte sich jedoch ihr Gesundheitszustand. Sie wurde daraufhin durch den hinzugezogenen Sanitätsdienst der Aicher Ambulanz auf die Sanitätswache des Oktoberfestes gebracht. Nach einer medizinischen Untersuchung des Ärzteteams vor Ort musste ein Abtransport in eine Münchner Klinik veranlasst werden.
Am Dienstag, 29.09.2026, verstarb die über 90-Jährige im Krankenhaus.
Die Polizei wurde über den Vorfall erst nach dem Ableben der über 90-Jährigen informiert. Ob ein Fremdverschulden vorliegt, ist aktuell Gegenstand der laufenden Ermittlungen der Münchner Verkehrspolizei.
Drei Tatverdächtige nach versuchtem Einbruch in Wohnwagen vorläufig festgenommen
Am Mittwoch, 30.09.2026, gegen 01:00 Uhr, gelangten drei männliche Personen in einen nicht öffentlich zugänglichen Bereich hinter einem Fahrgeschäft auf dem Oktoberfest. Dort versuchten sie, gewaltsam in einen Wohnwagen einzudringen. Die beiden Bewohner befanden sich währenddessen im Wohnwagen und verständigten den Polizeinotruf 110.
Als Polizeibeamte eintrafen, versuchten zwei der Tatverdächtigen zu Fuß zu flüchten. Sie konnten nach kurzer Strecke angehalten und vorläufig festgenommen werden. Der dritte Tatverdächtige versuchte sich im unmittelbaren Umfeld zu verstecken und wurde ebenfalls vorläufig festgenommen.
Bei den Tatverdächtigen handelte es sich um einen 18-jährigen Deutschen sowie einen 18-jährigen Deutsch-Griechen, jeweils mit Wohnsitz in München, und einen 18-jährigen Griechen mit Wohnsitz im Landkreis Freising. Die drei Tatverdächtigen wurden anschließend zur Wiesnwache gebracht. Am Wohnwagen wurden umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen durchgeführt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden alle drei wieder entlassen.
Die weiteren Ermittlungen werden auf der Polizeiinspektion 17 (Wiesnwache) geführt.
27-Jähriger zeigt Grußgeste mit NS-Bezug und wird angezeigt
Am Dienstag, 29.09.2026, gegen 21:25 Uhr, zeigte ein Mann beim Verlassen des Oktoberfests im Bereich eines U-Bahnabgangs eine Grußgeste mit Bezug zum Nationalsozialismus. Dies wurde von mehreren Besuchern sowie von Polizeibeamten beobachtet. Die Polizeibeamten folgten dem Mann, sprachen ihn an und nahmen ihn vorläufig fest.
Bei dem Tatverdächtigen handelte es sich um einen 27-jährigen US-Amerikaner ohne festen Wohnsitz in Deutschland. Er wurde zur Wiesnwache gebracht. Im Rahmen der weiteren Ermittlungen wurden zudem Videoaufzeichnungen aus dem Bereich des U-Bahnhofs gesichert.
Der 27-Jährige wurde wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen angezeigt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und der Erhebung einer Sicherheitsleistung in Höhe eines mittleren vierstelligen Betrags wurde er wieder entlassen. Zudem wurde ihm ein Platzverweis für das gesamte Oktoberfestgelände bis zum Ende des Oktoberfests erteilt.
Die weiteren Ermittlungen werden auf der Polizeiinspektion 17 (Wiesnwache) geführt.



