Haar: Fünf Mal Pyrotechnik in Wohnungen, Kirche und Laden geworfen – Polizei sucht Zeugen
Innerhalb weniger Minuten warfen ein oder mehrere Unbekannte am Montagnachmittag brennende pyrotechnische Gegenstände in fünf verschiedene Objekte in Haar, darunter Wohnungen, eine Kirche und ein Ladengeschäft.
Die Münchner Kriminalpolizei ermittelt nach fünf Fällen versuchter schwerer Brandstiftung, die sich am Montag, 14. September 2026, im Zeitraum zwischen 16:30 Uhr und 17:15 Uhr in Haar ereigneten. Ein oder mehrere bislang unbekannte Täter warfen dabei brennende pyrotechnische Gegenstände in unterschiedliche Objekte im Ort.
Im ersten Fall bemerkte um 16:30 Uhr eine 44-Jährige, die sich allein in ihrer Erdgeschosswohnung im Bereich „Am See“ aufhielt, dass ein brennender pyrotechnischer Gegenstand in ihren Eingangsbereich geworfen worden war. Ob der Täter dabei die Wohnung betrat oder den Gegenstand durch ein Fenster warf, ist Teil der laufenden Ermittlungen. Die Frau verständigte ihren Ehemann, der den Gegenstand löschte.
Rund 20 Minuten später, gegen 16:50 Uhr, hielt sich eine 23-Jährige gemeinsam mit zwei 17-Jährigen auf dem Balkon ihrer Wohnung im ersten Obergeschoss im Bereich des Jagdfeldrings auf. Die drei bemerkten einen brennenden pyrotechnischen Gegenstand, der in einen Spalt zwischen Balkon und Hauswand gesteckt und angezündet worden war. Sie zogen sich in die Wohnung zurück und schlossen die Balkontür. Nachdem der Gegenstand fast vollständig abgebrannt war, löschten sie ihn mit Wasser.
Ebenfalls um 16:50 Uhr warf ein oder warfen mehrere Unbekannte einen brennenden pyrotechnischen Gegenstand durch eine geöffnete Balkontür in eine Wohnung im ersten Obergeschoss im Bereich der Hans-Stießberger-Straße. Die 56 Jahre alte Bewohnerin bemerkte den Gegenstand und warf ihn auf den Gehweg.
Gegen 17:00 Uhr betraten der oder die Täter während einer laufenden Messe den Eingangsbereich einer Kirche im Bereich des Jagdfeldrings und legten dort einen brennenden pyrotechnischen Gegenstand ab, bevor sie sich in unbekannte Richtung entfernten. Mehrere Messeteilnehmer nahmen Rauchgeruch wahr, woraufhin ein Teilnehmer den Gegenstand in den nahegelegenen See warf.
Im letzten bekannten Fall warfen die Täter um 17:15 Uhr einen brennenden pyrotechnischen Gegenstand durch den geöffneten Hintereingang eines Ladengeschäfts im Bereich des Jagdfeldrings in den Verkaufsbereich, in dem sich zu diesem Zeitpunkt der 28 Jahre alte Geschäftsführer befand. Der oder die Täter flüchteten anschließend mit einem Fahrrad.
Aufgrund der örtlichen und zeitlichen Nähe der einzelnen Tatorte geht die Polizei von einem Zusammenhang zwischen den fünf Fällen aus. Der Gesamtschaden aller Vorfälle liegt nach bisherigen Erkenntnissen im niedrigen vierstelligen Bereich. Die weiteren Ermittlungen führt das Kommissariat 13 der Münchner Kriminalpolizei.
Einer der Täter konnte wie folgt beschrieben werden: männlich, etwa 1,60 Meter groß, circa 14 Jahre alt, kurze schwarze Haare, bekleidet mit einem schwarzen T-Shirt und einer dunklen Hose.
Die Polizei bittet Zeugen, die im genannten Zeitraum im Bereich Münchner Straße, Jagdfeldring, Am See oder Hans-Stießberger-Straße in Haar Wahrnehmungen gemacht haben, die mit den Vorfällen in Verbindung stehen könnten, sich zu melden. Sachdienliche Hinweise nimmt das Polizeipräsidium München, Kommissariat 13, unter der Telefonnummer 089 2910-0 entgegen, ebenso jede andere Polizeidienststelle. Die Münchner Kriminalpolizei bittet zudem Anwohner, Aufzeichnungen eventuell installierter Überwachungskameras aus dem Tatzeitraum zu sichten. Auch wenn rechtlich nur die Überwachung von Privatgelände zulässig ist, halten die Ermittler eine Aufnahme der unbekannten Täter für denkbar.



