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Bayerns Bauminister Bernreiter warnt vor EU-weiter Vereinheitlichung der Betonnorm

Die EU-Kommission plant eine Harmonisierung der Betonnormen – Bayerns Bauminister Christian Bernreiter befürchtet dadurch massive Mehrkosten und eine weitere Verteuerung des Bauens.

Beton gilt weltweit als meistverwendeter Baustoff, wobei mehr als die Hälfte davon als Transportbeton regional hergestellt und in der Regel im Umkreis von weniger als 20 Kilometern ausgeliefert wird. Die EU-Kommission plant nun im Rahmen der neuen EU-Bauproduktenverordnung, die europäischen Betonnormen zu vereinheitlichen. Dieses Vorhaben, auch als „Harmonisierung“ bezeichnet, stößt in Bayern bei Wirtschaft und Politik auf deutliche Kritik.

Bayerns Bauminister Christian Bernreiter äußerte sich in einer Pressemitteilung vom 20. August 2026 (PM 99/2026) kritisch zu den Plänen aus Brüssel. „Transportbeton härtet schnell aus und muss daher nicht europaweit transportiert oder harmonisiert werden“, erklärte er. Das in Deutschland bestehende System der Betonnormen funktioniere sehr gut, müsste im Falle einer EU-weiten Vereinheitlichung jedoch aufwendig geändert werden – ein Prozess, der nach Einschätzung des Ministers mehrere Jahre in Anspruch nehmen würde. Die damit verbundenen Mehrkosten könnten laut Bernreiter für kleinere Baustoffhersteller sogar existenzbedrohend werden. In jedem Fall werde dadurch das Bauen teurer.

Hintergrund ist, dass die Anforderungen an Beton innerhalb der Europäischen Union aufgrund unterschiedlicher klimatischer Bedingungen stark variieren. Nach Ansicht Bernreiters lassen sich diese Unterschiede nicht in einer einzigen harmonisierten Norm abbilden. Da Transportbeton zudem ein halbfertiges Bauprodukt sei, könnten die endgültigen Leistungseigenschaften zum Zeitpunkt der Lieferung nicht vollständig bestimmt werden.

Die EU-Kommission begründet ihr Vorhaben unter anderem damit, ein innovationsfreundliches Umfeld schaffen zu wollen. Bernreiter widerspricht dieser Einschätzung: Eine EU-weite Regelung würde schnelle Anpassungen an neue technische Entwicklungen erschweren, da jede Änderung einen langwierigen Koordinierungsprozess auf europäischer Ebene erfordere. Die geplante Zentralisierung sei daher aus seiner Sicht innovationsfeindlich.

Bernreiter kritisierte zudem, dass die EU-Kommission bislang nicht auf die fachlichen Argumente aus Bayern reagiert habe. Der Eingriff in das seiner Ansicht nach gut funktionierende deutsche System widerspreche dem Grundsatz der Subsidiarität. Er forderte die EU-Kommission auf, den laufenden Normungsprozess zu stoppen, bevor die zusätzliche Regulierung das Bauen weiter verteuere.

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