Günzburg testet als erste Stadt Deutschlands XXL-Lastenrad für den Bauhof
Im Bundesprojekt „RadiW“ übernimmt Günzburg als erste von 20 Modellkommunen bundesweit die Vorreiterrolle bei der praktischen Erprobung eines Schwerlast-Dreirads.
Die Stadt Günzburg beteiligt sich als eine von nur 20 ausgewählten Modellkommunen in Deutschland am Bundesprojekt „RadiW“ (Das Rad im Wirtschaftsverkehr). Noch vor dem offiziellen Projektbeginn startete Günzburg in dieser Woche bundesweit als erste Stadt in die praktische Erprobung eines Schwerlast-Lastenrads.
Der städtische Bauhof setzt seit dieser Woche ein imposantes Schwerlast-Dreirad ein. Die Stadt stand ohnehin kurz vor der Entscheidung, ein Lastenrad für Bauhof und Gärtnerei anzuschaffen. Durch den Zuschlag als Ersttester kann das Fahrzeug nun kostenfrei im Alltag erprobt werden, bevor eine eigene Anschaffung auf Basis echter Praxiserfahrungen erfolgt.
Daniela Fischer, Radverkehrsbeauftragte der Stadt Günzburg, äußerte sich erfreut über die Testphase: „Für uns ist es fantastisch, als erste Kommune Vorreiter zu sein. Die gewonnenen Erfahrungen fließen direkt in das Bundesprojekt ein, was die Teilnahme für uns noch wertvoller macht.“ Die Stadt möchte mit dem Test zugleich lokale Betriebe dazu anregen, Lastenräder als praxistaugliche Alternative für kurze Strecken zu prüfen. Der Test gilt als weiterer Schritt der Großen Kreisstadt auf dem Weg zur Fahrradstadt.
Bereits bei der Anlieferung zeigte sich, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Fahrrad handelt: Das dreirädrige Lastenrad ist 2,70 Meter lang, wiegt 74 Kilogramm und ist für ein Gesamtgewicht von bis zu 300 Kilogramm ausgelegt. Die 1,50 Meter lange Ladefläche bietet Platz für Werkzeuge, Pflanzen, Substrat sowie weiteres Arbeitsmaterial.
Bei der Übergabe nutzten die Mitarbeiter des Bauhofs die Gelegenheit für ausführliche Testfahrten. Angeleitet wurden sie dabei von Elias Schirm von „Die E-Bike Profis“ aus Jettingen-Scheppach. Das Fazit der Bauhof-Mitarbeiter vor Ort: Das Fahr- und Lenkverhalten des dreirädrigen Fahrzeugs unterscheidet sich grundlegend von einem normalen Zweirad und erfordert von Einsteigern einige Übung. „Das ist fast wie noch einmal Fahrradfahren lernen“, schmunzelten einige Bauhofmitarbeiter nach den ersten Metern. Dennoch ist die Vorfreude im Team groß, künftig kurze Fahrten im Stadtgebiet emissionsfrei, flächenschonend und effizient zu absolvieren.
Das Projekt „RadiW“ wird vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) geleitet. Es unterstützt Kommunen dabei, Lastenräder systematisch im Wirtschafts- und Verwaltungsverkehr zu verankern. Die praxisnahen Erkenntnisse aus den 20 Modellkommunen fließen in den bundesweiten „Atlas der Radlogistik“ ein.



