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Günzburg weiht ersten „Platz der Kinderrechte“ im Landkreis ein

Mit einem großen Fest hat die Stadt Günzburg den Stadtgarten neben der Jahnhalle offiziell zum ersten „Platz der Kinderrechte“ im Landkreis erklärt.

Mit einem bunten Fest, viel fröhlichem Kinderlachen und zahlreichen Gästen wurde am Wochenende auf der Wiese zwischen der sanierten Jahnhalle und der Sparkasse Schwaben-Bodensee in Günzburg gefeiert. Ab sofort trägt das beliebte Areal den Beinamen „Platz der Kinderrechte“.

Es handelt sich dabei um den ersten Platz dieser Art im Landkreis Günzburg und den erst siebten Platz in ganz Bayern. Bundesweit gibt es knapp 80 dieser symbolträchtigen Orte, die auf die Bedeutung und den Schutz der jüngsten Mitbürger aufmerksam machen.

„Kinder sind das Fundament und die Zukunft unserer Gesellschaft. Um dieser besonderen Bedeutung sichtbaren Raum zu verleihen, können wir mithilfe der Stadt Günzburg ein wichtiges Signal setzen und den Platz der Kinderrechte einweihen“, sagte Melanie Mück, die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Günzburg. Die Wahl des Standorts fiel dabei ganz bewusst auf den zentral und jedem Bürger bekannten Stadtgarten neben der Jahnhalle, der bereits heute ein fester Bezugspunkt im Alltag vieler Familien ist, wo täglich reges Leben herrscht und geklettert, geschaukelt, getobt sowie gemeinsam gelacht wird.

Dass Rechte nicht nur auf einem Schild stehen dürfen, sondern im Alltag spürbar sein müssen, betonte Zweiter Bürgermeister Stefan Baisch in seiner Rede. Mit dem Spielplatz werde das fundamentale Kinderrecht auf Spiel, Freizeit und Erholung direkt mit Leben gefüllt. Kinderrechte bedeuten laut Baisch aber noch weit mehr: Sie garantieren das Recht auf gesundes Aufwachsen, den Schutz vor Ungerechtigkeit und Gewalt sowie das Recht, die eigene Meinung frei zu äußern. „Kinder sind unsere wichtigsten Menschen und unsere Zukunft. Es ist die wichtigste Aufgabe von uns Erwachsenen, gut auf sie aufzupassen und ihre Rechte konsequent zu beschützen“, unterstrich Stefan Baisch während des Festakts, den er in Vertretung von Oberbürgermeister Michael Jahn hielt.

Die Einweihung des Platzes ist das Ergebnis einer vorbildlichen Gemeinschaftsleistung in der Region. Ein besonderer Dank galt im Rahmen der Feierlichkeiten dem Kinderschutzbund Günzburg, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert. Seit vier Jahrzehnten setzt sich der Verein vor Ort dafür ein, dass die Rechte der Kinder gewahrt und geschützt werden. Zu diesem Anlass sprachen auch Joachim Türk und Gudrun Gölz als Vertreter des Bundes- und Landesverbandes während des Festaktes ihre Glückwünsche aus.

Auch Landrat Hans Reichhart lobte die Arbeit des Kinderschutzbundes und sagte: „Erwachsene stehen in der Pflicht, Kindern auf Augenhöhe zu begegnen, ihnen aufmerksam zuzuhören und ihre Sorgen und Anliegen niemals einfach wegzuwischen. Daran erinnert uns dank des Kinderschutzbunds ab sofort dieser Platz.“

Dass sich an dem Nachmittag alles um die Kinder drehte, zeigte sich beim Kinderschminken, bei verschiedenen Spielen, musikalischen Auftritten, Ausstellungen und einer besonderen Aktion des Experimentellen Theaters Günzburg. Dabei wurden korczakianische Blatt-Botschaften als kreative Methode genutzt, um die Pädagogik des Kinderarztes Janusz Korczak und die UN-Kinderrechte in die Öffentlichkeit zu tragen. Für einen Gänsehautmoment sorgte die Enthüllung des Schildes „Platz der Kinderrechte“: Ein aus allen Günzburger Grundschulen zusammengestellter Kinderchor sang das Lied „We are the world“. Zudem sorgte Ballon- und Zauberkünstler Tobi van Deisner für große Begeisterung auf dem Platz neben der Jahnhalle, der von diesem Tag an ganz offiziell den Kindern gehört.

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