Landesgartenschau Günzburg 2029: Erste Baumfällungen und Vorarbeiten für Brücken und Parkflächen geplant
Vermessungen, Bodengutachten und naturschutzfachliche Kartierungen sind abgeschlossen, nun folgen erste sichtbare Schritte auf dem Weg zur Landesgartenschau Günzburg 2029.
Günzburg versteht sich nicht nur als Wirtschaftsstandort und attraktiver Wohnort, sondern auch als Ort der Erholung und Natur. Im Zuge der Landesgartenschau Günzburg 2029 werden die Bereiche der Nau- und Günzmündung über den Kappenzipfel und die Schlachthausstraße bis hinauf in die Altstadt umgestaltet und miteinander verbunden. Rund um den Volksfestplatz am Auweg sollen ganzjährige Aufenthaltsbereiche entstehen, im Gebiet Bleiche und Hagenweide sind vielseitige Angebote für Sport und Erholung sowie beruhigte Naturschutzbereiche geplant. Zusätzlich soll die Infrastruktur und Wegeführung im gesamten Stadtgebiet verbessert werden.
Eine zentrale Rolle spielen dabei drei geplante Brücken: Der Donausteg soll vom nördlichen Donauufer in den entstehenden „Donau-Park“ führen, der Günzsteg eine neue Verbindung zwischen „Donau-Park“ und der neugestalteten „Günzpromenade“ schaffen. Am Kappenzipfel wird die bestehende Brücke als Kappenzipfelsteg erneuert. Damit soll für Fußgänger und Radfahrer eine durchgängige Route zwischen dem neuen Stadtquartier am Auweg und der Altstadt entstehen.
Im Rahmen der Landesgartenschau wurden bereits Vermessungen, Bodengutachten und naturschutzfachliche Kartierungen durchgeführt. Nun stehen auch Baumfällungen an: Die notwendigen Fäll- und Pflegearbeiten sollen von Oktober 2026 bis voraussichtlich Februar 2027 andauern. Ihnen gegenüber stehen laut den Verantwortlichen umfangreiche Neupflanzungen, sodass der Baumbestand langfristig deutlich größer sein soll als heute. An geeigneten Stellen im Baumbestand sowie an Gebäuden sind zudem zahlreiche Nistmöglichkeiten für Fledermäuse und Vögel geplant, die als Ersatzhabitate Raum für Tiere bieten sollen, die in Höhlungen nisten.
Die Fällungen gelten als Voraussetzung für die geplante Entwicklung der Landesgartenschaubereiche sowie für die anschließenden Brücken- und Landschaftsbauarbeiten. Für die Verkehrssicherheit sind die Stadt Günzburg und die Landesgartenschau Günzburg 2029 GmbH gemeinsam verantwortlich. In einzelnen Bereichen bestehe zudem Handlungsbedarf aufgrund von Gehölzschäden, unter anderem infolge des Eschentriebsterbens. Die Arbeiten sollen unter Berücksichtigung der geltenden naturschutzfachlichen und forstrechtlichen Vorgaben erfolgen. Die Ökologische Baubegleitung (ÖBB) übernimmt dabei die fachkundige Überwachung und Beratung, kontrolliert die Einhaltung naturschutzrechtlicher Vorgaben und begutachtet jeden zu fällenden Baum vorab, um ökologische Schäden zu vermeiden.
Als Ausgleich sind Wiederaufforstungsmaßnahmen am Bannwaldgürtel entlang der Donau vorgesehen: Dort sollen mehrere Tausend Stieleichen und Hainbuchen auf landwirtschaftlicher Fläche gepflanzt werden. Insgesamt soll Günzburg durch den naturschutzfachlichen Ausgleich mehrere Tausend neue Bäume erhalten, von denen manche bereits jetzt zwei bis fünf Meter hoch sind. Durch Steilhanguferböschungen sollen zudem Nistmöglichkeiten für den Eisvogel entstehen, im neu gebauten Donauarm sind Laichplätze für den Fisch Bitterling geplant. Nach der Gestaltung der neuen Grün- und Aufenthaltsflächen sollen große Bereiche wieder der natürlichen Entwicklung überlassen werden und sich langfristig an die angrenzenden Waldgebiete angleichen.
Oberbürgermeister Michael Jahn erklärt: „Die Landesgartenschau ist für uns alle eine einmalige Gelegenheit, Günzburg fit für die Zukunft, grüner und lebendiger zu machen sowie neue Möglichkeiten für alle Generationen zu schaffen. Etwa durch einen Sportpark und neue Wegeverbindungen über unsere Stadt an drei Flüssen. Die Entscheidungen dahinter brauchen Mut. Und genauso braucht es Konsequenz, die getroffenen Entscheidungen in die Tat umzusetzen.“ Jahn ist überzeugt, dass alle Günzburger von den Vorhaben profitieren werden: „Wer eine Brücke errichtet, muss die Voraussetzungen dafür schaffen. Wer Aufenthalts- und Sportflächen schaffen möchte, muss die Flächen dafür bearbeiten können. Wir werden Günzburg weiterentwickeln – auch räumlich. Und dazu bietet die Landesgartenschau wertvolle und einmalige Möglichkeiten. Diese ergreifen wir und gestalten unsere Heimat positiv für Jahrzehnte.“ Zur bevorstehenden Umgestaltung sagte der Oberbürgermeister weiter: „Für uns ist klar, dass sie eine große Chance für Günzburgs grüne und klimaangepasste Zukunft ist. Das bringt aber auch erste Bauarbeiten und Fällungen mit sich, die für uns alle herausfordernd sein werden. Ohne Umgestaltung gibt es jedoch keinen Aufbruch.“
Die Arbeiten sollen so organisiert werden, dass Zufahrten, Straßen und Wege während der Maßnahmen weitestgehend nutzbar bleiben. Aufgrund der abschnittsweisen Durchführung kann es lokal und zeitweise zu Einschränkungen kommen, die den Angaben zufolge rechtzeitig kommuniziert werden.



