Neu-Ulm erarbeitet Klimaanpassungskonzept: Bürger können bis 30. Oktober online mitwirken
Die Stadt Neu-Ulm entwickelt ein Konzept zur Anpassung an den Klimawandel und ruft Bürgerinnen und Bürger auf, sich bis Ende Oktober mit eigenen Ideen an der Erarbeitung zu beteiligen.
Die Stadt Neu-Ulm stellt sich auf die Folgen des Klimawandels ein und erarbeitet derzeit ein Klimaanpassungskonzept für das gesamte Stadtgebiet. Darin soll aufgezeigt werden, wie Neu-Ulm mit den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels umgehen und sich frühzeitig auf veränderte Bedingungen einstellen kann. Bürgerinnen und Bürger können sich ab sofort und bis zum 30. Oktober mit eigenen Ideen und Vorschlägen an der Konzepterstellung beteiligen.
Der Sommer 2026 hat nach Angaben der Stadt deutlich gemacht, welche Auswirkungen Hitze und Trockenheit auf den Alltag haben können. Betroffen seien dabei nicht nur die Gesundheit, sondern beispielsweise auch die Landwirtschaft und die Wirtschaft. Gleichzeitig sei aufgrund des Klimawandels künftig häufiger mit Extremwetterereignissen zu rechnen. Neben zunehmenden Hitze- und Trockenperioden könnten auch weitere Extremwetterereignisse häufiger und intensiver auftreten und erhebliche Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Infrastruktur haben.
„Klimaanpassung bedeutet, dass wir unsere Stadt auf die Veränderungen vorbereiten, die bereits heute spürbar sind und künftig noch stärker werden können. Dafür brauchen wir gute Grundlagen und konkrete Maßnahmen. Aber auch das Wissen der Menschen, die hier leben und arbeiten. Deshalb laden wir die gesamte Bürgerschaft ein, Ideen und Anregungen in den Prozess einzubringen“, sagt Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger.
Für die Erstellung des Klimaanpassungskonzepts hat die Stadt die Fachbüros GEO-NET und berchtoldkrass beauftragt. Sie sollen das Konzept bis Anfang 2027 erarbeiten und dabei unter anderem untersuchen, wo im Stadtgebiet besonderer Handlungsbedarf besteht und mit welchen Maßnahmen sich Neu-Ulm besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten kann. Beide Büros verfügen laut Stadt über umfangreiche Erfahrungen bei der Erstellung vergleichbarer Konzepte für Städte im deutschsprachigen Raum. Die Konzepterstellung wird im Rahmen der Förderrichtlinien Kommunaler Klimaschutz vom Freistaat Bayern gefördert.
Eine wichtige Grundlage für das Konzept ist die inzwischen vorliegende Stadtklimaanalyse. Darin wurde unter anderem untersucht, wo sich im Sommer im Stadtgebiet besonders stark erwärmte Bereiche, sogenannte Hitzehotspots, befinden.
Ab sofort sind die Bürgerinnen und Bürger gefragt: Bis zum 30. Oktober können auf einem interaktiven Stadtplan auf der städtischen Webseite Ideen für mögliche Klimaanpassungsmaßnahmen eingetragen werden. Denkbar sind beispielsweise Vorschläge für Entsiegelungs- oder Begrünungsmaßnahmen im öffentlichen Raum, zusätzliche Verschattungsmöglichkeiten oder Informationsangebote zur Klimaanpassung. Dabei geht es ausdrücklich auch um Erfahrungen aus dem persönlichen Wohn- und Arbeitsumfeld: Wo wird es im Sommer besonders heiß? Wo fehlt Schatten oder Grün? Wo besteht aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger weiterer Handlungsbedarf?
Die Beteiligung ist online unter www.neu-ulm.de/klimaanpassung möglich. Dort stehen auch die Zwischenergebnisse der Stadtklimaanalyse zur Verfügung.
Die eingegangenen Vorschläge werden anschließend geprüft und fließen in die weitere Konzepterstellung ein. Die Stadt wird dabei bewerten, welche Maßnahmen umgesetzt und welche für eine spätere Umsetzung in das Klimaanpassungskonzept aufgenommen werden können. Das fertige Konzept soll im Frühjahr 2027 im Planungs- und Umweltausschuss beschlossen werden. Eine Umsetzung soll dann Schritt für Schritt in den kommenden Jahren erfolgen.



