Landkreis GünzburgRegionalnachrichten

398 freie Ausbildungsplätze im Landkreis Günzburg: Gewerkschaft rät zu Handwerk und Industrie

Kurz vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres sind im Landkreis Günzburg noch zahlreiche Lehrstellen unbesetzt, wobei die Gewerkschaft NGG besonders auf krisensichere Berufe in der Lebensmittelbranche verweist.

Der Countdown für das neue Ausbildungsjahr läuft, die meisten Ausbildungen starten im September. Dennoch registriert die Arbeitsagentur nach eigenen Angaben noch 398 offene Ausbildungsplätze im Landkreis Günzburg. „Wer noch keine Ausbildung hat, sollte die nächsten Wochen nutzen. Viele Betriebe sind da flexibel: Auch im Oktober geht oft noch was“, sagt Laura Schimmel von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Die Geschäftsführerin der NGG Schwaben rät Jugendlichen im Landkreis Günzburg, auf einen Ausbildungsvertrag im Handwerk oder in der Industrie zu setzen. Vor allem die Lebensmittelherstellung sei eine krisensichere Sache, so Schimmel. Hinter Getränken und Nahrungsmitteln stünden immer Menschen, die sie entwickeln, produzieren, lagern, vertreiben und deren Qualität überprüfen.

Nach Angaben der NGG Schwaben läuft die Lebensmittelproduktion im Landkreis Günzburg auf technisch hohem Niveau. Künstliche Intelligenz (KI) spiele der Gewerkschaft zufolge mittlerweile selbst in Bäckereien eine Rolle, etwa wenn es darum gehe, tagsüber möglichst zielsicher abzuschätzen, was noch nachgebacken werden müsse. Den Abgleich per Cam-Check zwischen dem, was noch in der Bäckereitheke liege, und dem, was bis zum Geschäftsschluss über den Verkaufstresen gehen werde, übernehme in einigen Bäckereien bereits die KI. Das Backen selbst bleibe aber ein Handwerk und sei „ganz und gar nicht ‚KI-wackelig‘“, so Laura Schimmel.

Auch beim Materialeinkauf komme KI zum Einsatz, erklärt Schimmel weiter. Das Einrichten und Warten von Maschinen in der Produktionsstraße der Lebensmittelindustrie, das Überwachen der Prozesse oder das Kreieren neuer Produkte im Labor bleibe jedoch Aufgabe des Menschen – etwa in der Milch- oder Süßwarentechnologie, in der Brauerei oder der Bäckerei.

Aus Sicht der Gewerkschaft sei es zudem wichtig, kontinuierlich in die Qualifizierung der Beschäftigten zu investieren. Um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, seien die Betriebe im Landkreis Günzburg gut beraten, für Fortbildung und damit für Branchen-Know-how zu sorgen, so Schimmel. Denn KI könne nur so effektiv im Betrieb genutzt werden, wie Menschen in der Lage seien, sie optimal einzusetzen.

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