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Falscher Bankmitarbeiter erbeutet im Landkreis Günzburg rund 129.000 Euro

Ein unbekannter Anrufbetrüger brachte eine Person im Landkreis Günzburg dazu, Vorgänge in der Banking-App zu bestätigen, und die Polizei erklärt, wie die Masche funktioniert.

Im Landkreis Günzburg hat ein bislang unbekannter Anrufbetrüger mit einem fingierten Bankanruf Zugriff auf die Konten einer Person erlangt. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West ereignete sich der Vorfall am Freitag, 25.09.2026, gegen 17:30 Uhr. Insgesamt wurden rund 129.000 Euro überwiesen.

Die Polizei beschreibt die Masche so: Telefonbetrüger geben sich als Mitarbeitende einer Bank aus. Sie behaupten beispielsweise, eine fehlerhafte Abbuchung oder eine verdächtige Kontobewegung korrigieren zu müssen. Um eine angebliche Rückzahlung oder Sicherheitsprüfung zu bestätigen, fordern sie die Betroffenen auf, Vorgänge in der Banking-App zu autorisieren. Tatsächlich werden dadurch Überweisungen freigegeben, oder die Täter erhalten Zugriff auf das Konto. Häufig verfügen die Betrüger bereits über einzelne Kontodaten. Diese Informationen nutzen sie, um glaubwürdig aufzutreten und das Vertrauen der Betroffenen zu gewinnen. Durch gezielte Gesprächsführung und Zeitdruck verhindern sie, dass die Angerufenen die Angaben in Ruhe überprüfen.

Im aktuellen Fall aus dem Landkreis Günzburg gab sich der unbekannte Täter laut Polizeipräsidium Schwaben Süd/West als Bankmitarbeiter aus. Er behauptete, eine fehlerhafte Abbuchung korrigieren zu wollen, und brachte die Person dazu, mehrere Vorgänge in der Banking-App zu bestätigen. Dadurch wurden insgesamt rund 129.000 Euro von mehreren Konten überwiesen. Die betroffenen Konten wurden vorläufig gesperrt.

Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West nennt außerdem aktuelle Zahlen für seinen Zuständigkeitsbereich. Im Jahr 2025 registrierte es insgesamt 219 Betrugsversuche dieser Art. In 71 Fällen waren die Täter erfolgreich, und es entstand ein Gesamtschaden von über einer Million Euro. Im laufenden Jahr 2026 kam es bislang zu etwa 144 Betrugsversuchen, von denen 52 Fälle erfolgreich waren. Die Gesamtschadenssumme beträgt bislang 683.000 Euro.

Zum Schutz vor dieser Betrugsmasche gibt die Polizei folgende Hinweise: Banken fordern Kundinnen und Kunden nicht telefonisch dazu auf, Überweisungen oder Rückbuchungen in der Banking-App zu bestätigen. Verdächtige Anrufe sollten sofort beendet werden. PINs, TANs, Zugangsdaten oder andere persönliche Informationen sollten niemals am Telefon weitergegeben werden. Unbekannte Vorgänge in der Banking-App sollten nicht bestätigt werden.

Außerdem rät die Polizei, die eigene Bank selbst über die bekannte Telefonnummer zurückzurufen und dafür nicht die Nummer aus der Anrufliste zu nutzen. Man solle sich nicht unter Druck setzen lassen. Wer bereits Daten weitergegeben oder eine Zahlung bestätigt hat, sollte sofort die Bank informieren und die betroffenen Konten sperren lassen. Anschließend sollte Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Wichtig sei zudem, auch mit Angehörigen, Bekannten und Mitarbeitenden über diese Betrugsmasche zu sprechen.

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