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Benningen: Senior übergibt nach Schockanruf Bargeld an Unbekannten

Eine falsche Rechtsanwältin brachte einen Senior in Benningen mit einer erfundenen Unfallgeschichte dazu, Bargeld zu übergeben, die Kriminalpolizei Memmingen bittet um Hinweise.

Ein Senior aus Benningen ist am Montag, 12.10.2026, Opfer eines Schockanrufs geworden. Wie das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West mitteilt, hat die Kriminalpolizei Memmingen die Ermittlungen übernommen und warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche. Ein weiterer Fall aus Sonthofen wird gesondert gemeldet.

Eine bislang unbekannte Täterin gab sich am Telefon als Rechtsanwältin aus, die im Auftrag der Polizei handle. Sie behauptete, die Tochter des Mannes habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und müsse deshalb in Untersuchungshaft. Durch die sofortige Zahlung einer Kaution könne der Vater die Inhaftierung seiner Tochter verhindern.

Die Täterin trat dabei so überzeugend auf, dass der Mann ihren falschen Angaben glaubte. Im weiteren Verlauf erschien ein zuvor angekündigter Mann an seiner Haustür und nahm einen Umschlag mit Bargeld im mittleren fünfstelligen Bereich entgegen.

Die Kriminalpolizei Memmingen bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer am Montag, 12.10.2026, zwischen 18:30 Uhr und 20:30 Uhr im Ortskern in Benningen einen dunkel gekleideten, schlanken, etwa 1,70 Meter großen jungen Mann beobachtet oder sonstige verdächtige Wahrnehmungen gemacht hat, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 08331 1000 bei der Kriminalpolizei Memmingen zu melden.

Bei sogenannten Schockanrufen geben sich Telefonbetrüger häufig als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Rechtsanwälte aus. Sie behaupten beispielsweise, dass ein naher Angehöriger einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem ein Mensch ums Leben gekommen sei. Um eine angeblich drohende Untersuchungshaft abzuwenden, müsse umgehend eine hohe Kaution bezahlt werden.

Mit dieser erfundenen Geschichte versuchen die Täter, ihre Opfer in eine emotionale Ausnahmesituation zu versetzen. Häufig setzen sie die Angerufenen massiv unter Druck und drängen auf eine schnelle Übergabe von Bargeld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen. Teilweise halten sie die Gespräche über einen längeren Zeitraum aufrecht, um eine Rücksprache mit Angehörigen zu verhindern.

Im Jahr 2025 registrierte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West insgesamt 814 Fälle von Callcenterbetrug. In 40 Fällen waren die Täter erfolgreich und erbeuteten dabei knapp 1,6 Millionen Euro. Im laufenden Jahr 2026 verzeichnete die Polizei bislang etwa 550 Fälle. Davon waren die Täter in rund 30 Fällen erfolgreich. Der entstandene Vermögensschaden beläuft sich bereits auf rund 1,6 Millionen Euro. Die Zahlen verdeutlichen, dass Telefonbetrüger mit ihren Maschen weiterhin erhebliche finanzielle Schäden verursachen.

Die Polizei empfiehlt: Seien Sie misstrauisch, wenn Sie am Telefon mit einer angeblichen Notlage eines Angehörigen konfrontiert werden, und beenden Sie das Gespräch, wenn Geld oder Wertgegenstände gefordert werden. Polizei und Staatsanwaltschaft fordern am Telefon keine Kautionszahlungen oder die Übergabe von Bargeld und Wertgegenständen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Auch wenn die Geschichte glaubwürdig erscheint, sollten Sie die Angaben zunächst überprüfen.

Kontaktieren Sie den angeblich betroffenen Angehörigen selbst unter der Ihnen bekannten Telefonnummer. Geben Sie am Telefon keine Auskünfte über Ihre finanziellen Verhältnisse, vorhandenes Bargeld oder Wertgegenstände, und übergeben Sie niemals Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände an unbekannte Personen. Verständigen Sie bei verdächtigen Anrufen die Polizei über den Notruf 110. Sollten Sie bereits Geld oder Wertgegenstände übergeben haben, erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei.

Wichtig: Sprechen Sie insbesondere mit älteren Angehörigen, Freunden und Bekannten über diese Betrugsmasche. Erklären Sie ihnen, wie die Täter vorgehen und dass Polizei und Justiz niemals telefonisch die Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen zur Abwendung einer Haft verlangen. Ein frühzeitiges Gespräch kann verhindern, dass weitere Menschen Opfer dieser Betrugsmasche werden.

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