Cold Case Regensburg: Knochenfunde in Kadenzhofen, zwei Tatverdächtige festgenommen
Nach 19 Jahren bringen DNA-Untersuchungen und neue Aussagen Bewegung in den Vermisstenfall Kerstin Lee Langley.
Im Cold Case Kerstin Lee Langley, die seit Juli 2007 vermisst wird, ist es zu einem entscheidenden Ermittlungserfolg gekommen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz informierten die Staatsanwaltschaft Regensburg und die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg am heutigen Montag über den Stand der Ermittlungen. Die DNA-Untersuchungen ergaben, dass die bei Grabungsarbeiten in Kadenzhofen im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. aufgefundenen menschlichen Knochenfragmente mit hoher Wahrscheinlichkeit von Kerstin Lee Langley stammen. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen, ein dritter Tatverdächtiger ist im Jahr 2024 verstorben. Die Kriminalpolizei Regensburg ermittelt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Regensburg wegen des Verdachts des Totschlags.
Bei der Pressekonferenz am 19. Oktober 2026 erläuterten Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher, stellvertretender Behördenleiter der Staatsanwaltschaft Regensburg, und Leitender Kriminaldirektor Robert Fuchs, Leiter der Kriminalpolizei Regensburg, die Hintergründe des langjährigen Vermisstenfalls, die entscheidenden neuen Erkenntnisse und den aktuellen Stand der Ermittlungen.
Kerstin Lee Langley aus Regensburg war im Juli 2007 als vermisst gemeldet worden. In den vergangenen 19 Jahren wurden die Ermittlungen mehrfach wieder aufgenommen, zuletzt im Jahr 2026. Einen wesentlichen Fortschritt brachte die Vernehmung einer 56-jährigen deutschen Frau am 25. August 2026 bei der Polizeiinspektion Nittendorf. Die Frau, die selbst im Verdacht steht, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, machte umfangreiche Angaben zum mutmaßlichen Tatgeschehen. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand besteht der Verdacht, dass Kerstin Lee Langley im Jahr 2007 von insgesamt drei Personen getötet wurde.
Nach den Angaben der 56-Jährigen soll sich die Tat in einer Wohnung in Regensburg ereignet haben. Anschließend sei der Leichnam vergraben worden. Als mögliche Ablageorte nannte sie unter anderem ein Gebiet bei Kadenzhofen im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. sowie einen Bereich in Sulzbach-Rosenberg im Landkreis Amberg-Sulzbach.
Auf Grundlage dieser Angaben fanden am 9. Oktober 2026 Grabungsarbeiten auf einer Wald- und Wiesenfläche in Kadenzhofen statt. Dabei bargen die Einsatzkräfte menschliche Knochenfragmente. Die anschließenden DNA-Untersuchungen bestätigten, dass die aufgefundenen Überreste mit hoher Wahrscheinlichkeit von Kerstin Lee Langley stammen. Wenige Tage später führten die Ermittler auch in Sulzbach-Rosenberg Sondierungsarbeiten durch, um weiteren Hinweisen nachzugehen.
Im Zuge der Ermittlungen wurden am 15. Oktober 2026 sowie am 19. Oktober 2026 zwei Tatverdächtige festgenommen. Bei ihnen handelt es sich um einen 66-jährigen deutschen Mann sowie eine 56-jährige deutsche Frau. Der Mann wurde durch Spezialeinheiten der Bayerischen Polizei in seiner Wohnung angetroffen. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Gegen die 56-jährige Tatverdächtige wurde der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt.
Die Ermittlungen zu den damaligen Geschehnissen und den jeweiligen Tatbeiträgen dauern an. Die Kriminalpolizei Regensburg führt sie in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Regensburg fort.
Zuständig: Kriminalpolizei Regensburg (Kriminalpolizeiinspektion Regensburg) in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Regensburg



