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Falsche Polizisten in Harlaching: Seniorin übergibt mehrere tausend Euro in einem Kochtopf

Eine über 80-jährige Münchnerin hob nach Anrufen angeblicher Polizei- und Justizbeamter Bargeld ab und stellte es vor ihre Wohnungstür – das Kommissariat 61 sucht nun Zeugen.

Eine über 80-jährige Deutsche mit Wohnsitz in München ist am Montag, 12.10.2026, Opfer eines organisierten Callcenterbetrugs durch falsche Polizeibeamte geworden. Das teilte die Münchner Polizei mit. Der Vorfall ereignete sich im Stadtteil Harlaching.

Nach Angaben der Polizei wurde die Frau telefonisch von bislang unbekannten Tätern kontaktiert. Einer der Anrufer gab sich als Polizeibeamter aus und teilte ihr mit, dass es in ihrer Nachbarschaft zu einem Einbruch gekommen sei. Deshalb müssten ihr Bargeld und ihre Wertgegenstände überprüft werden. Im weiteren Verlauf gab sich ein weiterer Anrufer als Staatsanwalt aus.

Die über 80-Jährige begab sich daraufhin zu ihrer Bank und hob mehrere tausend Euro ab. Nach Anweisung der Täter legte sie das Bargeld anschließend in einen Kochtopf und stellte diesen vor ihre Wohnungstür. Ein bislang unbekannter Abholer nahm den Kochtopf wenig später an sich. Zu einem persönlichen Kontakt zwischen der über 80-Jährigen und dem Abholer kam es nicht.

Kurze Zeit später schöpfte die Seniorin Verdacht und verständigte den Polizeinotruf 110. Eine unmittelbar eingeleitete Fahndung erbrachte keine neuen Erkenntnisse zu den Tätern. Das Kommissariat 61 des Polizeipräsidiums München hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Zeugenaufruf: Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich der Bozener Straße, Grünwalder Straße und Klobensteiner Straße Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 61, unter der Telefonnummer 089 2910-0 oder mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Hinweis der Münchner Polizei: Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte verwenden fast immer den Trick, dass sie die Angerufenen über vermeintliche Einbrüche in der Nachbarschaft informieren. Sie behaupten, dass diese deshalb in der Wohnung mögliche Geld- bzw. Schmuckbestände kontrollieren müssten.

Die Polizei rät, sich durch einen selbstständigen Anruf beim Polizeinotruf 110 zu vergewissern, ob es sich tatsächlich um einen Polizeibeamten handeln könnte. Wer den Polizeinotruf 110 anruft, soll sich zudem vergewissern, dass ein vorheriger Anruf definitiv beendet wurde, indem der Hörer aufgelegt oder eine entsprechende Taste eines Mobiltelefons gedrückt wird. Unbekannte Personen, die sich nicht eindeutig legitimieren können, sollten nicht in die Wohnung gelassen werden.

Dieser Hinweis gilt außerdem für Betrugsmaschen ähnlicher Art. Wer Anrufe von vermeintlichen Personen anderer Behörden erhält, sollte sich über einen unabhängigen Anruf bei dieser Behörde vergewissern, ob der Anrufer tatsächlich in deren Auftrag angerufen hat. Am Telefon sollten niemals Angaben über die finanziellen Verhältnisse gemacht und keine Bankverbindungsdaten mitgeteilt werden.

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