Oktoberfest 2026: Münchner Polizei zieht Halbzeitbilanz
Zur Halbzeit des 191. Oktoberfests berichtet die Münchner Polizei über Einsatzzahlen, Straftaten, Drogendelikte, Verkehrsverstöße und den erstmaligen Einsatz einer Drohnenabwehr rund um die Theresienwiese.
Seit dem 19. September läuft das 191. Oktoberfest in München. Nach acht von 16 Festtagen hat die Münchner Polizei eine Zwischenbilanz gezogen und die aktuellen Zahlen sowohl mit dem Oktoberfest 2025 als auch mit dem Jahr 2024 verglichen.
Einsatzkräfte, Videoüberwachung und neue Drohnenabwehr
Bislang wurde die Polizei 936 Mal auf dem Festgelände tätig, ein Anstieg von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr (2025: 833; 2024: 901). Neben aufmerksamen Einsatzkräften und Hinweisen aus der Bevölkerung über den Polizeinotruf 110 spielte die Videoüberwachung eine wichtige Rolle: Live-Aufnahmen, die in die Einsatzzentrale der Polizeiinspektion 17 übertragen werden, unterstützten oder initiierten in 98 Fällen polizeiliche Einsätze. Neu ist in diesem Jahr die Unterstützung durch das Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrum der Bayerischen Polizei, das mit technischem Spezialgerät den Luftraum über dem Festgelände überwacht. Bislang wurden 82 Luftfahrzeuge im Flugbeschränkungsgebiet festgestellt, davon 74 Drohnen, gegen deren Piloten entsprechende Maßnahmen eingeleitet wurden. Für private Drohnen gilt während des Oktoberfests über der Theresienwiese und im erweiterten Umfeld ein Flugverbot.
Straftaten und Sexualdelikte auf dem Festgelände
Die Zahl der registrierten Straftaten und Ordnungswidrigkeiten auf dem Festgelände stieg auf 471 Fälle (2025: 416; 2024: 317), ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Tötungsdelikt gab es auch in diesem Jahr bislang nicht zu vermelden. Registriert wurden zwei Raubdelikte (2025: 1; 2024: 0). Im Bereich der Sexualdelikte wurden 32 Fälle angezeigt, was einer weitgehend gleichbleibenden Tendenz entspricht (2025: 34; 2024: 31); ein Großteil betrifft sexuelle Belästigungen nach Paragraf 184i StGB. Anzeigen wegen Vergewaltigung gab es nach aktuellem Stand keine (2025: 3; 2024: 2). Die Polizei betont, dass Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung konsequent verfolgt werden, und rät Betroffenen, sich frühzeitig an Polizei, Sicherheitspersonal oder Außenstehende zu wenden.
Körperverletzungen und Widerstand gegen Polizeibeamte
Im Bereich der Gewaltkriminalität wurden bislang 135 Körperverletzungen erfasst (2025: 135; 2024: 84), davon 49 gefährliche Körperverletzungen, elf davon mit einem Maßkrug (2025: 46 gefährliche Körperverletzungen, davon 16 mit Maßkrug; 2024: 31 gefährliche Körperverletzungen, davon acht mit Maßkrug). Die Zahl der Widerstands- und Tätlichkeitsdelikte gegen Polizeibeamte ist rückläufig: Bislang wurden acht Fälle registriert (2025: 14; 2024: 13), wobei zwei Polizeibeamte verletzt wurden (2025: 10; 2024: 6).
Taschendiebstähle und Präventionshinweise
Bei den Eigentumsdelikten wurden bislang 35 Taschendiebstähle registriert (2025: 30; 2024: 16). Trotz des leichten Anstiegs bewegt sich das Niveau laut Polizei weiterhin niedrig, was auch auf die Unterstützung durch Taschendiebfahnderinnen und -fahnder aus verschiedenen Bundesländern und dem europäischen Ausland zurückzuführen sei. Die Polizei rät Besucherinnen und Besuchern weiterhin, Geld und Wertsachen eng am Körper und in verschlossenen Taschen zu tragen, Hand- und Umhängetaschen vor dem Körper zu tragen und keine Wertgegenstände in abgelegten Jacken oder Taschen, etwa unter Bierbänken, zurückzulassen – insbesondere in großen Menschenmengen oder im ÖPNV.
Deutlicher Anstieg bei Rauschgiftdelikten
Im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität verzeichnet die Polizei einen Anstieg um fast 50 Prozent: Bislang wurden 122 Rauschgiftdelikte angezeigt (2025: 86; 2024: 74), überwiegend im Zusammenhang mit Kokain. Die Zahl freiheitsentziehender Maßnahmen lag bei 307 (2025: 257; 2024: 244), ein Plus von rund 19,5 Prozent. Dabei mussten 76 Personen in Gewahrsam genommen werden, um bevorstehende oder weitere Straftaten zu verhindern (2025: 70; 2024: 101). Bei Festbesuchern ohne festen Wohnsitz in Deutschland prüft die Polizei bei Straftaten, ob ein Untersuchungshaftbefehl in Betracht kommt, um das Strafverfahren zu sichern; dies lässt sich häufig durch eine Sicherheitsleistung abwenden. Bislang wurden Sicherheitsleistungen von über 340.000 Euro einbehalten (2025: 204.168 Euro; 2024: 172.294 Euro).
Rückläufige Trunkenheitsfahrten und Abschleppaktionen
Im Verkehrsbereich sinken die Zahlen in nahezu allen Kategorien. Bei folgenlosen Trunkenheitsfahrten wurden 213 Delikte angezeigt (2025: 285; 2024: 164), darunter 117 Straftaten (2025: 151; 2024: 98) und 96 Verkehrsordnungswidrigkeiten (2025: 126; 2024: 66). Davon entfielen 135 Fälle auf E-Scooter (2025: 172; 2024: 70), ein Rückgang von über 20 Prozent. Im gesamten Stadtgebiet kam es seit Beginn des Oktoberfests zu 15 Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss (2025: 15; 2024: 10), davon zehn unter Beteiligung von E-Scootern (2025: 9; 2024: 5). Die Polizei appelliert weiterhin, den Heimweg zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Taxi anzutreten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf verbotswidrig geparkten Fahrzeugen, insbesondere in Anwohnerlizenzgebieten rund um die Theresienwiese: Bislang mussten 526 Fahrzeuge abgeschleppt werden (2025: 648; 2024: 582), was trotz verstärkter Verkehrskräfte einen Rückgang gegenüber den beiden Vorjahren bedeutet. Die Polizei rät weiterhin, möglichst nicht mit dem Auto anzureisen oder Park-and-Ride-Möglichkeiten im Stadtgebiet zu nutzen.

Zuständig: Münchner Polizei (Polizeiinspektion 17)



