Großkontrolle in Donauwörth: Polizei nimmt E-Scooter-Fahrer ins Visier
Bei einer mehrstündigen Schwerpunktkontrolle in Donauwörth deckte die Polizei zahlreiche Verstöße von E-Scooter-Fahrern und rasenden Autofahrern auf.
Die Polizeiinspektion Donauwörth hat gemeinsam mit der Verkehrspolizeiinspektion Donauwörth und Unterstützungskräften aus Augsburg am Abend des 16. August 2026 eine größere Kontrollaktion mit Schwerpunkt E-Scooter durchgeführt. Von etwa 19.00 Uhr bis Mitternacht richteten deutlich mehr als zehn Zivilkräfte an mehreren Örtlichkeiten im Kernstadtbereich von Donauwörth Kontrollstellen ein, darunter in der Hindenburgstraße, im Weidenweg, in der Dillinger Straße, im Neurieder Weg und an der Westspange.
Zum Einsatz kamen mehrere Laserhandmessgeräte sowie zwei sogenannte Speed-Pedelecs mit Displays, um die gefahrenen Geschwindigkeiten der Elektrokleinstfahrzeuge zu ermitteln. Bestand der Verdacht auf technische Manipulationen an den Steuergeräten zur Umgehung der gesetzlichen 20-km/h-Grenze, führten die Beamten direkt vor Ort eine Messung mit einem mobilen Rollenprüfstand der Donauwörther Verkehrspolizei durch. Die an diesem Abend gemessenen Maximalwerte lagen den Angaben zufolge allesamt innerhalb der gesetzlichen Toleranz.
Dennoch mussten die Einsatzkräfte mehrere Verstöße ahnden. Um 20.00 Uhr fiel den Kontrollkräften in der Dillinger Straße ein 21-jähriger Mann auf, der mit seinem E-Scooter verbotswidrig auf dem Gehweg und entgegen der Fahrtrichtung unterwegs war. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass an dem Fahrzeug weder eine Kennzeichenplakette angebracht war noch ein gültiger Versicherungsschutz bestand. Die Beamten untersagten die Weiterfahrt und leiteten gegen den Mann, der die nigerianische Staatsangehörigkeit besitzt, ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz, die Elektrokleinstfahrzeugeverordnung sowie die Straßenverkehrsordnung ein.
Um 21.50 Uhr kontrollierten Einsatzkräfte am Neurieder Weg, zwischen einem Verbrauchermarkt und dem Holzsteg vor einem dortigen Spielplatz, einen 20-jährigen E-Scooter-Fahrer. Bei ihm fielen drogentypische Ausfallerscheinungen wie verzögerte Sprache und träge Pupillenreaktionen auf. Der junge Mann räumte auf Nachfrage ein, vor der Fahrt Benzodiazepine sowie Cannabis konsumiert zu haben. In der Donau-Ries-Klinik wurde daraufhin eine ärztliche Blutentnahme zur gerichtsverwertbaren Feststellung der Rauschmittelkonzentration durchgeführt, die Weiterfahrt wurde unterbunden. Die Beamten erstatteten Anzeige wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Straßenverkehrsgesetz. Der Betroffene besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit.
In sieben weiteren Fällen verhängten die Kontrollkräfte gebührenpflichtige Verwarnungen gegen E-Scooter-Fahrer, die zu zweit oder auf Gehwegen unterwegs waren. Auch bei Autofahrern registrierte die Polizei im Rahmen der Geschwindigkeitsmessungen mehrere erhebliche Verstöße. Zwei Fälle dürften weitreichende Folgen haben: Ein 53-jähriger Pkw-Fahrer wurde auf der Westspange mit 101 km/h gemessen, ein 36-Jähriger in der Dillinger Straße vor der Donaumeile mit 85 km/h. Beide müssen nun mit einem einmonatigen Fahrverbot, einem deutlich dreistelligen Bußgeld sowie einem Punkteeintrag im Fahreignungsregister in Flensburg rechnen.
Die Polizei kündigte an, verstärkte Kontrollen von Elektrokleinstfahrzeugen auch künftig fortzusetzen.
Zuständig: Polizeiinspektion Donauwörth / Verkehrspolizeiinspektion Donauwörth



