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Landkreis Neu-Ulm: Aktuell 21 bestätigte Corona-Fälle – Stufenplan erstellt

Im Landkreis Neu-Ulm sind aktuell insgesamt 21 bestätigte Fälle für eine Erkrankung am neuen Coronavirus SARS-CoV-2 gemeldet. Das sind drei Personen mehr als am Tag zuvor. (Stand: 19.03.2020)

Der Landkreis Neu-Ulm bereitet sich auf die Aufnahme weiterer Corona-Patienten vor. Hierzu wurde ein Stufenplan erstellt.

Um sich auf die zu erwartenden Patientinnen und Patienten im Zuge der Corona-Pandemie vorzubereiten und diese versorgen zu können, hat das Landratsamt Neu-Ulm in Abstimmung mit den Kliniken und Fachstellen einen Stufenplan erstellt. Dieser regelt die rasche und flexible Ausweitung der Kapazitäten und Aufnahme der Menschen, die an Corona erkrankt sind.

Phase 1:
Die Stiftungsklinik in Weißenhorn wird zunächst zentral und umgehend für die Aufnahme von Corona-Patienten vorbereitet. Hierfür werden Betten von der Illertalklinik Illertissen in die Weißenhorner Klinik gebracht, um dort die Bettenkapazität zu erhöhen. Zugleich wird im ehemaligen Claretinerkolleg in Weißenhorn, das wegen seiner regulären Nutzung als Tagungsstätte mit Betten ausgerüstet ist, eine Notklinik für Corona-Patientinnen und -Patienten mit leichteren Krankheitsverläufen errichtet. Dieser Standort ist aufgrund der räumlichen Nähe zur Stiftungsklinik Weißenhorn sowie der Größe gut für diese Maßnahme geeignet. Die Konzentration auf den Standort Weißenhorn ist in einem ersten Schritt logistisch und medizinisch sinnvoll, da hier Personal, Material und Räumlichkeiten sehr gut konzentriert werden können.

Phase 2:
Die Geriatrische Rehabilitation in Illertissen läuft zum 31.03.2020 vorübergehend aus. Die Patientinnen und Patienten aus diesem Bereich, die aufgrund ihres Alters und in der Regel vorhandener Vor- bzw. Grunderkrankungen zur (Hoch-)Risikogruppe zählen, werden bis dahin behutsam und koordiniert nach Hause verlegt. Damit wird der Empfehlung nachgekommen, dass sich gerade dieser Personenkreis soweit es möglich ist, in seinem häuslichen Umfeld aufhalten und Kontakte zu anderen Menschen minimieren soll. Die Illertalklinik wird selbstverständlich nicht geschlossen. Die chirurgische Ambulanz inklusive Röntgen- und Diagnostikleistungen sowie die zum MVZ gehörende gynäkologische Praxis bleiben regulär zu den bisher gültigen Öffnungszeiten verfügbar.

Mit dem Auslaufen der Geriatrie zum 31.03.2020 werden an der Illertalklinik ab dem 01.04.2020 weitere Kapazitäten für die Versorgung von Corona-Erkrankten entstehen, die stationär versorgt werden müssen.

Diese Planungen führen an den Standorten Weißenhorn und Illertissen zu einer Steigerung der Bettenkapazitäten um bis zu 75 Prozent.

Phase 3:
Diese letzte Phase hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. So könnte das aktuell leerstehende ehemalige Hotel Golden Tulip in Neu-Ulm, das sich in unmittelbarer Nähe zur Donauklinik befindet, zur stationären Aufnahme von Corona-Patienten umgerüstet werden.

Stand heute ist keine Versorgung von Corona-Patienten in der Donauklinik in Neu-Ulm vorgesehen. Diese soll Klinikpatienten mit anderen Erkrankungen vorbehalten bleiben. Zudem ist dort die Geburtshilfe untergebracht.

Um auf die weiteren Entwicklungen reagieren zu können, werden die Planungen am jeweils aktuellen Stand ausgerichtet, tagesaktuell besprochen und gegebenenfalls angepasst. Der Landkreis Neu-Ulm trifft damit Vorkehrungen, um im Ernstfall vorbereitet zu sein. Dabei sollen auch langfristige Maßnahmen, soweit diese aktuell bereits planbar sind, berücksichtigt werden. Des Weiteren findet ein regelmäßiger Austausch mit angrenzenden Krankenhäusern und Klinikbetreibern statt, um mögliche regionale Lösungen in die Planungen einzubeziehen.

Weiterführende Infos
Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus gibt es auf der Website des Landkreises Neu-Ulm unter https://landkreis.neu-ulm.de/de/coronavirus.html

Bürgertelefon bei Fragen zum Coronavirus
Das Landratsamt Neu-Ulm hat ein Bürgertelefon für Fragen zum Coronavirus geschaltet:
Telefonnummer: 0731/704 5050 besetzt von Montag – Sonntag: 08.00 bis 17.00 Uhr

Aufruf an medizinisches Personal, sich zu melden
Allgemein wird mit einer weiteren Verbreitung des Coronavirus gerechnet. Um das Gesundheitssystem und die Kräfte, die bereits im Einsatz sind, zu verstärken, richtet das Landratsamt Neu-Ulm einen Aufruf an alle Bürgerinnen und Bürger, die über medizinische oder pflegerische Sachkenntnisse verfügen, aber derzeit nicht im Gesundheitssektor arbeiten. Bitte melden Sie sich bei den Kliniken unter der Telefonnummer 07309/870-1511.

Besonders Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTA) oder Medizinisch-technische Assistentinnen (MTA) im Ruhestand, in Elternzeit, im Studium oder in Ausbildung sind gesucht. Sie können das Personal in den Krankenhäusern oder Praxen verstärken, unterstützen und entlasten.

Die Empfehlung, die personellen Kapazitäten des Gesundheitssektors zu steigern, indem Fachpersonal zum Beispiel aus dem Ruhestand rekrutiert wird, stammt vom Robert-Koch-Institut (RKI). Jede Anfrage und freiwillige Meldung wird auf geeignete Einsatzmöglichkeiten geprüft. Dabei wird auch darauf geachtet, dass ältere Unterstützungskräfte nicht einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt werden. In jedem einzelnen Fall geht dem Einsatz die Prüfung voraus, ob und wie die- oder derjenige eingesetzt werden kann.

Mobile Test-Station nimmt ihren Betrieb auf – Nur berechtigte Personen werden getestet

Corona-Abstrich
Bild eines Röhrchens mit einem Abstrichstäbchen.

Ein mobiles Corona-Test-Zentrum startet im Landkreis Neu-Ulm am Freitag, 20. März, um 12.00 Uhr. Nachdem die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB), die für die Testungen verantwortlich ist, am Montag die Einrichtung einer zentralen Stelle angeboten hatte, hat der Landkreis Neu-Ulm umgehend die logistischen Voraussetzungen in Senden geschaffen.

Wie die KVB heute mitgeteilt hat, kann ihrerseits mit dem Betrieb am Freitag, 20. März, um 12.00 Uhr begonnen werden. Das Angebot richtet sich an Personen mit Krankheitssymptomen, für die ein Verdacht besteht, dass sie am Coronavirus erkrankt sind. Des Weiteren müssen sie mobil und fahrtüchtig sein und über ein Kraftfahrzeug verfügen, um selbstständig zur Teststation fahren zu können. Die Patienten, die dort getestet werden, wählt die KVB aus. Diese werden kontaktiert. Nur diese Personen sind berechtigt, sich in dem mobilen Zentrum testen zu lassen. Wir bitten deshalb nachdrücklich darum, dass sich nur diese Personen an der Teststation einfinden. Alle anderen Personen erhalten keinen Zugang und können nicht getestet werden. Nähere Informationen über den genauen Ablauf erfolgen noch von der KVB. Sobald uns diese vorliegen, werden wir hierzu informieren.

Bei Menschen, die nicht mobil sind und so schwere Symptome zeigen, dass sie nicht zur Teststation fahren können, kommt weiterhin ein Arzt über den KVB-Fahrdienst ins Haus, um dort einen Abstrich für die Testung zu nehmen.

Wir danken der Feuerwehr, der Polizei sowie der KVB für die enge und professionelle Zusammenarbeit für den Betrieb des zentralen Test-Zentrums.

Stadtverwaltung Neu-Ulm: Unnötige Fahrten zum Wertstoffhof vermeiden
Die Stadt Neu-Ulm stellt aufgrund der aktuellen Situation den Verkauf von Kompost im Wertstoffhof in der Breitenhofstraße vorerst ein. Die weiteren Leistungen der Einrichtung bleiben unverändert erhalten.

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Wertstoffhof. Bild: Stadt Neu-Ulm

Aufgrund des derzeit hohen Andrangs und auch der Vorgabe, dass soziale Kontakte weitestgehend gemieden werden sollten, weist die Stadtverwaltung jedoch darauf hin, dass Bürgerinnen und Bürger genau prüfen sollten, ob eine Fahrt zum Wertstoffhof und die damit verbundene Inanspruchnahme von Serviceleistungen tatsächlich nötig ist, oder auch noch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann.

Da die Platzkapazitäten innerhalb des Wertstoffhofes begrenzt sind, sollten nicht mehr als 25 Kundenfahrzeuge gleichzeitig auf dem Gelände sein. Die Zufahrt wird daher ab sofort vor der Einfahrt reguliert. „Wir stellen vermehrt fest, dass Bürgerinnen und Bürger zurzeit offensichtlich die freie Zeit nutzen, um Keller oder Dachboden zu entrümpeln und Überschüssiges dann zum Wertstoffhof zu bringen. Dies führt zu einem hohen Andrang und zu Stauungen bei der Annahme, was nach Möglichkeit aber vermieden werden sollte.

Um die Grundversorgung auch weiterhin gewährleisten zu können, bitten wir von unnötigen und verschiebbaren Abgaben bis auf weiteres abzusehen“, sagt Anton Bullinger, Fachbereichsleiter für die Bereiche Personal, Organisation und Bürgerdienste.

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