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Schlafapnoe früher erkennen: Wertachklinik Bobingen erhält mobiles Diagnosegerät

Ein vom Förderverein gespendetes Polygrafie-System soll es der Wertachklinik Bobingen ermöglichen, Schlafapnoe bei Herzinfarkt-Patientinnen und -Patienten schon auf der Station abzuklären.

Bobingen / Schwabmünchen, 30.09.2026. Nächtliche Atemaussetzer gelten als gefährlich: Schlafapnoe ist ein oft unterschätzter Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Bei entsprechenden Verdachtszeichen sollte die Ursache dieser Symptome daher rasch abgeklärt werden, insbesondere nach einem kardiologischen Notfall. Aus diesem Grund hat der Förderverein der Wertachklinik Bobingen ein mobiles Diagnosegerät gespendet.

„Mit dem neuen Gerät können wir unsere Patientinnen und Patienten nach einem Herzinfarkt testen, noch während sie bei uns auf der Station sind“, sagt Dr. Marleen Pfeiffer, Chefärztin für Innere Medizin in Bobingen und Ärztliche Direktorin der Wertachkliniken. Sie ergänzt: „Wir screenen mit dem neuen Gerät völlig unkompliziert, im doppelten Wortsinn über Nacht, ob weitere Untersuchungen in einem Schlaflabor notwendig sind.“

Das rund 4000 Euro teure Polygrafie-System zeichnet Atemaussetzer, Sauerstoffwerte und kurze Wachphasen auf, während die Person schläft. Die Betroffenen müssen dafür nicht einmal in ein anderes Zimmer verlegt werden.

Das Problem bei einer Schlafapnoe besteht darin, dass es immer wieder zu nächtlichen Atemaussetzern kommt, die meist ein paar Sekunden dauern. Sie entstehen durch eine kurzzeitige Blockade der oberen Atemwege, in den meisten Fällen, weil die Mund- und Rachenmuskulatur im Schlaf erschlafft.

Das Gehirn registriert den daraus resultierenden Sauerstoffmangel und setzt Adrenalin und andere Stresshormone frei. Dadurch steigen Puls und Blutdruck, gleichzeitig sinkt die Sauerstoffversorgung des Körpers, auch die des Herzens. Deshalb löst der Körper bei den Atempausen einen kurzen Weckreiz aus.

Die Betroffenen wachen meist, ohne es zu merken, für ein paar Sekunden auf. Das geht oft mit lautem Schnarchen oder einem Luftschnappen einher. Geschieht dies regelmäßig mehrmals pro Nacht, gerät der Organismus aufgrund der Stresshormone unter Dauerstress.

Für das Herz bedeutet das eine starke Belastung, denn es muss härter arbeiten, weil es schlechter mit Sauerstoff versorgt wird. Auf Dauer drohen bei unbehandelter Schlafapnoe Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und eine Schwächung des Herzmuskels. Außerdem kann es zu Erkrankungen der Herzkranzgefäße und aufgrund einer beschleunigten Arteriosklerose zu einem Schlaganfall kommen.

Das neue Polygrafie-System gibt Aufschluss darüber, wie tief ein Mensch schläft, ob er träumt oder immer wieder kurz aufwacht. Es erfasst unter anderem auch, wie oft sich die Person im Bett dreht, ob sie laut schnarcht oder Atemaussetzer hat. Auf diese Weise erhalten die Ärztinnen und Ärzte ein möglichst genaues Bild davon, was nachts im Körper der schlafenden Person passiert, und können entscheiden, ob weitere Untersuchungen notwendig sind.

Die Mitglieder des Fördervereins der Wertachklinik Bobingen ermöglichen mit ihrer Spende eine weiterführende Diagnostik in der Wertachklinik in Bobingen. Damit tragen sie dazu bei, dass Risikopatientinnen und -patienten frühzeitig behandelt werden können. Denn die Behandlung von Schlafapnoe ist in den meisten Fällen gut möglich, und die Betroffenen berichten zudem über eine deutlich höhere Lebensqualität.

„Als Förderverein der Wertachklinik Bobingen sind wir dankbar für die Unterstützung, die wir von unseren Mitgliedern und Spendern bekommen“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Bernd Müller. Er fügt hinzu: „Und als Mensch freue ich mich, dass wir immer wieder Gutes für die Region tun können.“

Auf dem Bild zu sehen: Der Vorsitzende des Fördervereins der Wertachklinik Bobingen, der ehemalige Bürgermeister von Bobingen, Bernd Müller, übergibt Dr. Marleen Pfeiffer, Chefärztin der Inneren Medizin in Bobingen und Ärztliche Direktorin der Wertachkliniken, ein mobiles Schlafapnoe-Diagnosegerät, das der Verein mit Hilfe seiner Mitglieder gespendet hat.

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