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Callcenter-Betrug in München-Bogenhausen: 66-Jähriger übergibt mehrere tausend Euro

Ein falscher russischer Polizeibeamter und eine angebliche Ärztin brachten einen 66-Jährigen am Telefon dazu, Geld an einen Unbekannten zu übergeben.

Am Freitag, 23.10.2026, gegen 14:00 Uhr, erhielt ein 66-jähriger Deutsch-Russe mit Wohnsitz in München einen Anruf von einem ihm unbekannten Mann. Der Anrufer sprach ausschließlich Russisch und gab sich als russischer Polizeibeamter aus.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs behauptete der Anrufer, die Ehefrau des 66-Jährigen habe einen Verkehrsunfall verursacht. Nun müsse ein hoher Geldbetrag bezahlt werden, um eine Anklage gegen sie abzuwenden. Zudem beteiligte sich eine Frau an dem Gespräch, die sich als Ärztin ausgab.

Schließlich wurde eine Geldübergabe vereinbart. Daraufhin übergab der 66-Jährige im Treppenhaus mehrere tausend Euro an einen ihm unbekannten Mann. Wenig später erkannte er den Betrug und verständigte den Polizeinotruf 110. Eine sofort eingeleitete Fahndung im Nahbereich brachte keine neuen Erkenntnisse zu den Tätern.

Die weiteren Ermittlungen führt das Kommissariat 61 der Münchner Kriminalpolizei. Der Abholer wird wie folgt beschrieben: männlich, ca. 180 cm groß, kräftige Statur, osteuropäisches Erscheinungsbild; bekleidet mit schwarzer Strickmütze und schwarzer Kleidung.

Die Ermittler fragen: Wem sind im angegebenen Tatzeitraum verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Freischützstraße, Fideliostraße und Stegmühlstraße in Bogenhausen oder in deren näherer Umgebung aufgefallen? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 61, unter der Telefonnummer 089 2910-0 oder mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Die Münchner Polizei weist darauf hin, dass die Vorgehensweise der Täterinnen und Täter immer ähnlich ist. Sie geben sich am Telefon als Polizeibeamte, Amtsträger (zum Beispiel Staatsanwalt) oder, wie zuletzt auch, als Ärzte aus und versuchen, ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu zu bringen, vorhandene Vermögenswerte zu übergeben. Die Strategien der Täter, an Vermögenswerte zu gelangen, seien mindestens genauso vielfältig wie deren erfundene Geschichten. Ein gesundes Misstrauen sei deshalb die beste Prävention.

Die Polizei rät: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, legen Sie einfach auf! Grundsätzlich verlangen Krankenhäuser oder Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte niemals Barzahlungen und schicken keine Boten zur Geldabholung. Geben Sie keine vertraulichen Informationen heraus und versuchen Sie, die angeblich erkrankte Person direkt zu kontaktieren. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände! Wählen Sie im Zweifel immer die Notrufnummer 110, die Polizei ist jederzeit erreichbar.

Zuständig: Polizeipräsidium München, Kommissariat 61 der Münchner Kriminalpolizei

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