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Callcenter-Betrug in München-Sendling: 62-Jährige übergibt angebliche Kaution

Am Telefon wurde einer 62-Jährigen erklärt, ihre Tochter müsse nach einem Verkehrsunfall eine Kaution zahlen, um nicht inhaftiert zu werden.

Am Freitag, 23.10.2026, gegen 12:30 Uhr, erhielt eine 62-jährige Ukrainerin mit Wohnsitz in München einen Anruf von einem ihr unbekannten Mann. Dieser erklärte ihr auf Russisch, dass ihre Tochter einen Verkehrsunfall verursacht habe und nun eine Kaution gezahlt werden müsse, damit diese nicht inhaftiert werde.

Die 62-Jährige erkannte den Betrug zunächst nicht. Im weiteren Verlauf übergab sie einem bislang unbekannten Mann mehrere tausend Euro. Als sie später den Betrug bemerkte, verständigte sie den Polizeinotruf 110.

Die weiteren Ermittlungen führt das Kommissariat 61 der Münchner Kriminalpolizei. Der Abholer wird wie folgt beschrieben: männlich, etwa 30 Jahre alt, ca. 180 cm groß, athletische Statur, osteuropäisches Erscheinungsbild.

Die Ermittler fragen: Wem sind im angegebenen Tatzeitraum verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Brudermühlstraße, Lenggrieser Straße, Würzstraße und Arzbacher Straße in Sendling oder in deren näherer Umgebung aufgefallen? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 61, unter der Telefonnummer 089 2910-0 oder mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Die Münchner Polizei weist darauf hin, dass die Vorgehensweise der Täterinnen und Täter immer ähnlich ist. Sie geben sich am Telefon als Polizeibeamte, Amtsträger (zum Beispiel Staatsanwalt) oder, wie zuletzt auch, als Ärzte aus und versuchen, ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu zu bringen, vorhandene Vermögenswerte zu übergeben. Die Strategien der Täter, an Vermögenswerte zu gelangen, seien mindestens genauso vielfältig wie deren erfundene Geschichten. Ein gesundes Misstrauen sei deshalb die beste Prävention.

Die Polizei rät: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, legen Sie einfach auf! Grundsätzlich verlangen Krankenhäuser oder Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte niemals Barzahlungen und schicken keine Boten zur Geldabholung. Geben Sie keine vertraulichen Informationen heraus und versuchen Sie, die angeblich erkrankte Person direkt zu kontaktieren. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände! Wählen Sie im Zweifel immer die Notrufnummer 110, die Polizei ist jederzeit erreichbar.

Zuständig: Polizeipräsidium München, Kommissariat 61 der Münchner Kriminalpolizei

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