Herrmann: Werte und Friedensordnung schützen – Rede bei Tagung des Bistums Regensburg
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sieht angesichts hybrider Bedrohungen nicht nur das Militär, sondern auch Staat, Bürger und die gesamte Gesellschaft in der Verantwortung.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat am 5. November 2026 bei der Tagung des Bistums Regensburg zum Thema „Krieg und Frieden“ die Bedeutung christlicher Friedensethik angesichts der aktuellen weltpolitischen Herausforderungen hervorgehoben. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine habe vielen Menschen vor Augen geführt, dass sich die Welt grundlegend verändert hat.
„Dieser Krieg richtet sich nicht nur gegen die Ukraine. Er ist ein Angriff auf die Grundlagen unserer modernen Zivilisation. Er stellt zentrale Prinzipien unserer internationalen Ordnung infrage und gefährdet damit die regelbasierte Weltordnung. Diese zu bewahren und zu schützen, erfordert unseren entschlossenen Einsatz“, so der Innenminister. Die Tagung des Bistums Regensburg biete eine wichtige Plattform, um unterschiedliche Perspektiven auf die Fragen von Krieg und Frieden zusammenzuführen, den interdisziplinären Austausch zu fördern und neue Synergien zu schaffen.
Die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit verschwimmen laut Herrmann immer stärker. Hybride Bedrohungen stellen Staat und Gesellschaft vor neue Herausforderungen und entziehen sich diplomatischer Eingrenzung und Eindämmung. „Frieden und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit. Täglich erleben wir Cyberangriffe, Spionage, Sabotage und staatlich beeinflusste Desinformationskampagnen. Als Innenminister sehe ich es als wichtigsten Auftrag des Staates, die Bürgerinnen und Bürger zu schützen.“
Vor dem Hintergrund dieser Bedrohungen reiche das rein militärische Verständnis von Verteidigung aber nicht aus. „Eine krisenfeste Aufstellung unserer Gesellschaft für die zivile Verteidigung und die zivil-militärische Zusammenarbeit ist eine unerlässliche Voraussetzung für die erfolgreiche Gesamtverteidigung. Der Schutz der Bevölkerung vor kriegsbedingten Gefahren ist eine Aufgabe für den Staat, unsere Bürger und die ganze Gesellschaft“, erklärte der Innenminister.



