Callcenter-Betrug in Kirchheim-Heimstetten: 77-Jährige übergibt Bargeld und Wertgegenstände
Ein falscher Arzt behauptete am Telefon, die Tochter einer 77-Jährigen sei an Krebs erkrankt und brauche dringend ein teures Medikament aus der Schweiz.
Am Freitag, 23.10.2026, gegen 16:00 Uhr, erhielt eine 77-Jährige mit Wohnsitz im Landkreis München einen Anruf von einem ihr unbekannten Mann. Dieser gab sich als Arzt aus und behauptete, die Tochter der 77-Jährigen sei an Krebs erkrankt und benötige dringend ein teures Medikament aus der Schweiz. Die Kosten hierfür würden nicht von der Krankenkasse übernommen.
Die 77-Jährige erkannte den Betrug zunächst nicht und übergab einem bislang unbekannten Abholer Bargeld in Höhe von mehreren zehntausend Euro. Kurze Zeit später übergab sie einem weiteren bislang unbekannten Täter zusätzlich Wertgegenstände im Wert von mehreren tausend Euro.
Nachdem die 77-Jährige anschließend ihre Tochter kontaktiert hatte, erkannte sie den Betrug und verständigte den Polizeinotruf 110. Eine sofort eingeleitete Fahndung im Nahbereich brachte keine neuen Erkenntnisse zu den Tätern.
Die weiteren Ermittlungen führt das Kommissariat 61 der Münchner Kriminalpolizei. Die Abholer werden wie folgt beschrieben: Abholer 1 ist männlich, ca. 1,70 m groß, ca. 35 Jahre alt und dunkel gekleidet. Abholer 2 ist männlich, ca. 1,70 m groß, ca. 30 Jahre alt, hat ein südländisches Erscheinungsbild und war dunkel gekleidet.
Die Ermittler fragen: Wem sind im angegebenen Tatzeitraum verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Alpspitzweg, in der Zugspitzstraße, im Krottenkopfweg und in der Gruber Straße in Kirchheim b. München, Ortsteil Heimstetten, oder in deren näherer Umgebung aufgefallen? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 61, unter der Telefonnummer 089 2910-0 oder mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.
Die Münchner Polizei weist darauf hin, dass die Vorgehensweise der Täterinnen und Täter immer ähnlich ist. Sie geben sich am Telefon als Polizeibeamte, Amtsträger (zum Beispiel Staatsanwalt) oder, wie zuletzt auch, als Ärzte aus und versuchen, ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu zu bringen, vorhandene Vermögenswerte zu übergeben. Die Strategien der Täter, an Vermögenswerte zu gelangen, seien mindestens genauso vielfältig wie deren erfundene Geschichten. Ein gesundes Misstrauen sei deshalb die beste Prävention.
Die Polizei rät: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, legen Sie einfach auf! Grundsätzlich verlangen Krankenhäuser oder Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte niemals Barzahlungen und schicken keine Boten zur Geldabholung. Geben Sie keine vertraulichen Informationen heraus und versuchen Sie, die angeblich erkrankte Person direkt zu kontaktieren. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände! Wählen Sie im Zweifel immer die Notrufnummer 110, die Polizei ist jederzeit erreichbar.
Zuständig: Polizeipräsidium München, Kommissariat 61 der Münchner Kriminalpolizei



