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Neu-Ulm: Polizei stoppt manipulierte E-Scooter – zu schnell und ohne Versicherung

Mehrere getunte E-Scooter erreichten laut Polizei teils deutlich mehr als die erlaubten 20 km/h, darunter ein Roller mit über 60 km/h.

Die Polizei in Neu-Ulm hat am gestrigen Mittwoch, den 04.11.2026, über den Tag verteilt im Stadtgebiet gleich mehrere E-Scooter-Fahrer gestoppt. Diese waren teilweise mit massiv überhöhter Geschwindigkeit und ohne den erforderlichen Versicherungsschutz unterwegs. In allen Fällen handelte es sich um technisch manipulierte Fahrzeuge.

Der erste Jugendliche war zusammen mit einem Mitfahrer auf seinem E-Scooter unterwegs. Als der Fahrer die Beamten bemerkte, warf er das Fahrzeug beiseite und versuchte, zu Fuß zu flüchten. Die Polizisten konnten den Fluchtversuch jedoch umgehend unterbinden. Bei der anschließenden Kontrolle gab der Jugendliche zu, dass der E-Scooter durch einen verbauten Chip getunt wurde und eine Geschwindigkeit von etwa 40 km/h erreicht.

Besonders gefährlich war die Fahrt eines 13-Jährigen, den die Polizei im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle anhielt. Der Junge war zusammen mit seinem 10-jährigen Bruder auf dem E-Scooter unterwegs. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass das Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von über 60 km/h erreichte.

Ein weiterer E-Scooter-Fahrer wurde von einer Streifenbesatzung gestoppt. Der Fahrer räumte gegenüber den Beamten ein, die Software des Rollers manipuliert und die Geschwindigkeitsbegrenzung per Smartphone-App freigeschaltet zu haben. Seiner Aussage nach sollte das Fahrzeug dadurch rund 45 km/h laufen. Auf dem Rollenprüfstand der Polizeiinspektion Neu-Ulm wurde der E-Scooter vermessen: Nach Toleranzabzug verblieb eine Geschwindigkeit von knapp unter 40 km/h. Das ist fast das Doppelte der erlaubten 20 km/h für Elektrokleinstfahrzeuge.

Sämtliche Fahrzeugführer wurden im Nachgang an die polizeilichen Maßnahmen an ihre Erziehungsberechtigten übergeben. Die E-Scooter bleiben bis auf Weiteres sichergestellt.

Durch das Tuning mittels Software, Apps oder Chips erlischt die Betriebserlaubnis der E-Scooter. Die Fahrzeuge sind für die so erzielten Geschwindigkeiten weder baulich ausgelegt noch versichert. Den Fahrern und bei Minderjährigen unter Umständen den Haltern oder Erziehungsberechtigten drohen daher empfindliche Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, des Ermächtigens als Halter zum Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie wegen Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz.

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