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Landkreis Günzburg würdigt neue Staatsbürgerinnen und Staatsbürger bei Feierstunde

Rund 30 Neubürgerinnen und Neubürger feierten im Landratsamt Günzburg ihre Einbürgerung, darunter ein Integrationsbeauftragter für internationale Pflegekräfte.

Der Landkreis Günzburg hat seine neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger bei einer Feierstunde im Landratsamt Günzburg gewürdigt. Gemeinsam mit rund 30 weiteren Neubürgerinnen und Neubürgern feierte auch Nikola Petrov seine kürzlich erhaltene deutsche Staatsangehörigkeit. Die Eingebürgerten stammen unter anderem aus Staaten des Balkans, aus der Türkei, Polen, Südafrika, Syrien und Südamerika.

Nikola Petrov steht beispielhaft für eine gelungene Integration. Der 27-Jährige wurde in Deutschland geboren und kehrte als kleines Kind mit seiner Familie in das damalige Jugoslawien zurück. Dort absolvierte er später eine Ausbildung im Pflegebereich. Seit 2018 lebt Petrov wieder in Deutschland. Heute spricht er Kroatisch, Bosnisch, Serbisch und Deutsch, ist staatlich vereidigter Übersetzer und arbeitet am Bezirkskrankenhaus Günzburg als Integrationsbeauftragter für internationale Pflegekräfte.

Mit seinen Sprachkenntnissen und persönlichen Erfahrungen unterstützt er Menschen, die neu nach Deutschland kommen, und begleitet sie dabei, beruflich und gesellschaftlich Fuß zu fassen. „Ich kenne beide Seiten und weiß, wie wichtig es ist, gerade am Anfang Unterstützung zu bekommen. Wenn ich anderen mit meiner Erfahrung helfen kann, ist das für mich eine wertvolle Aufgabe“, sagte Petrov.

„Die Einbürgerung ist ein besonderes Ereignis im Leben. Dazu gratuliere ich Ihnen sehr herzlich“, sagte Landrat Hans Reichhart bei der Feierstunde. Viele der Anwesenden seien längst im Landkreis zu Hause, hätten hier den Kindergarten oder die Schule besucht, Familien gegründet und sich beruflich etabliert. Mit der deutschen Staatsangehörigkeit seien nicht nur Rechte, sondern auch Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung verbunden. „Sie können mitreden, Verantwortung übernehmen und unsere Demokratie mitgestalten“, sagte Hans Reichhart.

Auch die persönlichen Geschichten der Gäste machten deutlich, wie vielfältig die Wege zur Einbürgerung sein können. Einige kamen als Kinder nach Deutschland, andere erst im Erwachsenenalter. Viele haben hier ihre berufliche Zukunft gefunden und im Landkreis eine neue Heimat gefunden.

Luz-Helena Unsinger-Montes etwa kam vor 16 Jahren aus Kolumbien in den Landkreis Günzburg und zog zu ihrem Mann nach Krumbach. „Ich habe hier viele neue Menschen kennengelernt. Deutschland hat mir viel gegeben“, sagte sie. Die deutsche Staatsangehörigkeit bedeute ihr deshalb sehr viel.

Turgay Kücük lebt bereits in Deutschland, seit er eineinhalb Jahre alt ist. Er besuchte hier den Kindergarten und die Schule, knüpfte Freundschaften mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und absolvierte später eine Ausbildung zum Koch. Heute arbeitet er als Maschinenanlagenführer. „Ich fühle mich mehr als Deutscher und bin froh, dies nun auch im Pass stehen zu haben“, sagte Kücük. Besonders wichtig ist ihm die Möglichkeit, sich aktiv am demokratischen Leben zu beteiligen. „Ich möchte ein Teil der Demokratie sein und auch wählen dürfen.“

Der deutsche Pass bedeute nicht, „die eigene Sprache oder Kultur hinter sich zu lassen“, sagte Frau Radinger von der Staatsangehörigkeitsbehörde am Landratsamt Günzburg. „Ihre Lebensgeschichten und Erfahrungen bereichern unsere Gesellschaft. Sie zeigen, dass Integration keine Einbahnstraße ist, sondern ein gemeinsamer Prozess, von dem der gesamte Landkreis profitiert.“

Frau Edfelder von der Staatsangehörigkeitsbehörde erinnerte daran, dass einer Einbürgerung meist ein längerer und anspruchsvoller Weg vorausgeht. Urkunden und Identitätsnachweise müssen beschafft, Anträge bearbeitet und Sprachkenntnisse nachgewiesen werden. Umso größer sei die Freude, wenn am Ende die Einbürgerungsurkunde überreicht werden könne.

In den Jahren 2025 und 2026 wurden im Landkreis Günzburg insgesamt 966 Menschen aus 60 verschiedenen Staaten eingebürgert. Mit der deutschen Staatsangehörigkeit verbinden viele von ihnen ein persönliches Zeichen der Zugehörigkeit. Deutschland ist für sie längst Lebensmittelpunkt und Heimat geworden.

Mit dem gemeinsamen Singen der deutschen Nationalhymne endete der offizielle Teil der Feierstunde.

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