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Übung: Feuerwehr und Rettungsdienst proben die Rettung über einen Bereich, in dem ein Aufzug läuft

Ichenhausen. Wie läuft eine Rettung ab, wenn der Patient vier Etagen über dem Boden liegt und nur eine enge Stahltreppe zu ihm führt? Genau das haben die Freiwillige Feuerwehr Ichenhausen und der Rettungsdienst am Samstag, 17. Oktober 2026, gemeinsam geübt. Schauplatz war die Firma KLB Kötztal am südlichen Ortsrand von Ichenhausen.

Ziel: koordiniertes Vorgehen und kürzere Einsatzzeiten
Im Mittelpunkt standen das abgestimmte Vorgehen in einer komplexen Lage und die Optimierung der Einsatzzeiten. Die Aufgaben sind dabei klar verteilt: Der Rettungsdienst übernimmt die medizinische Versorgung und die Vorbereitung des Patienten, die Feuerwehr sorgt für die technische Zuwegung und die Rettung. Bewusst wurde kein konstruiertes Schreibtischszenario gewählt, sondern eine Lage, wie sie den Kräften jeden Tag begegnen kann. Schlechte Lichtverhältnisse, beengte Platzverhältnisse und eine staubige Umgebung gehörten dazu.

Das Szenario
Angenommen wurde ein Arbeiter, der auf der vierten Ebene plötzlich Luftnot und ein Engegefühl in der Brust bekam. Zunächst wurden ein Rettungswagen und eine Notärztin zur Übungshalle beordert. Die Firma hatte vorbildlich Mitarbeiter an der Einfahrt und auf dem Gelände als Einweiser postiert, sodass die Einsatzkräfte schnell zum Einsatzort fanden. Der Zugang zum Gebäude erfolgte über einen Notausgang. Zum Patienten ging es über eine Stahltreppe mit zahlreichen Gitterrost-Stufen bis in die vierte Ebene, eine schweißtreibende Aufgabe bei voller Einsatzausrüstung.

Als die Notärztin erkannte, dass der Patient nur über diese Treppe erreichbar war, ließ sie über die Leitstelle die Feuerwehr nachalarmieren. Diese rückte mit mehreren Fahrzeugen an. Nach der ersten Erkundung der Feuerwehrkräfte stand fest: Die Rettung musste über einen Bereich erfolgen, in dem nochmalerweise ein Aufzug läuft. Mehrere Kräfte legten dazu persönliche Schutzausrüstung und Zusatzmaterial an. Auf der fünften Ebene, eine Etage über dem Patienten, wurde der Anschlagpunkt für den Seilzug gesetzt. Nach der medizinischen Versorgung wurde der Patient in die Schleifkorbtrage gelegt und mit vereinten Kräften Stück für Stück durch das Aufzugsschacht abgelassen. Unten übernahm ihn der Rettungsdienst zur weiteren Versorgung. Zu Beginn wurde ein Darsteller eingesetzt, im weiteren Verlauf aus Sicherheitsgründen eine Puppe.

„Mayday“: Aus Übung wird Ernstfall
Nach gut einer Stunde schreckten die Einsatzkräfte auf: Über Funk war dreimal „Mayday“ zu hören. Nach kurzer Irritation kehrte schlagartig Ruhe ein, denn das Signal kennzeichnet einen Notfall und bedeutet sofortige Funkdisziplin. Es gehörte nicht zur Übung. Ein Mitglied des Rettungsdienstes war auf einer Treppenstufe ausgerutscht und hatte sich sehr schmerzhaft an der Schulter verletzt.

Die Erstversorgung war dank der vor Ort anwesenden Notfallsanitäter und der Notärztin sehr schnell möglich, unterstützt von weiteren Feuerwehrkräften. Die Übung wurde sofort unterbrochen. Bereits in der Vorbesprechung war genau dieses Vorgehen festgelegt worden: Bei einem realen Einsatz wird die Übungslage eingefroren. Ein weiterer Rettungswagen wurde alarmiert und brachte den Verletzten in eine Klinik.

Die Übungsleitung, bestehend aus Oliver Stritzinger und Dominik Ziegler, besprach anschließend mit den Beteiligten die Versorgung des Verletzten und klärte, ob alle mit dem Ablauf zufrieden waren. Da dies reibungslos verlaufen war, äußerte die Mannschaft den Wunsch, die Übung zu Ende zu führen. Die Übungsleiter stimmten nach kurzer Bedenkzeit zu.



Beobachter von der Stadt und engagierter Gastgeber
Der Übung wohnten Feuerwehrreferent Helmut Schleifer und der 2. Bürgermeister der Stadt Ichenhausen, Franz E. Zenker, bei. Die Firma KLB Kötztal hatte ihr Gebäude zur Verfügung gestellt. Geschäftsführer Dr. Julian Kehrle war mit mehreren Mitarbeitern vor Ort, von denen einige auch als Ersthelfer geschult sind. Sie wollten selbst erleben, wie ein solcher Einsatz abläuft, und prüfen, wo sich Abläufe im Ernstfall noch verbessern lassen.

Abschluss mit Essen und echtem Einsatz
Die Übung hatte gegen 8:30 Uhr begonnen. In der Abschlussbesprechung konnten sich alle Beteiligten äußern, wie sie die Übung erlebt haben, und Anregungen geben, was anders hätte laufen können. Gegen Mittag klang der Tag mit einem Essen in der Firmenkantine aus. Für das Rettungsdienstpersonal war damit allerdings noch nicht Schluss: Es musste anschließend zu einem echten Einsatz ausrücken.

Fazit
Die Übung zeigte einmal mehr, dass sich nicht alles planen lässt und auch bei einer Übung unerwartete Zwischenfälle auftreten können. Für alle Beteiligten brachte der Tag wertvolle Erkenntnisse. Wie am darauffolgenden Tag zu erfahren war, ging es dem Verletzten den Umständen entsprechend gut.

 

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